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Laptop mit farbigem Quelltext in einem dunklen Raum

Was ist Laravel?

Laravel ist das meistgenutzte PHP-Framework und bringt Anmeldung, Datenbank und Verwaltungsbereich fertig mit. Woher es kommt, was es gut kann und wann Symfony die bessere Wahl ist, verständlich erklärt.

Lesezeit
8 Minuten
Autor
Samet Akin
Veröffentlicht

Was ist Laravel?

Fast jede Webanwendung braucht dieselben Grundlagen: Benutzer melden sich an, Formulare werden geprüft, Daten landen in einer Datenbank, Mails gehen raus. Wer das jedes Mal neu baut, verbrennt Zeit und macht Fehler, die andere längst gelöst haben. Laravel ist ein Framework für PHP, das genau diese Grundlagen fertig mitbringt. Das Projekt beginnt nicht bei null, sondern bei einer Anwendung, der nur noch das Fachliche fehlt.

Ein Beispiel zeigt den Stil. Der Datenbankzugriff läuft über Eloquent, einen Baustein, der Tabellen wie normale PHP-Objekte behandelt. Eine Rechnung aus der Datenbank holen liest sich dann fast wie ein Satz:

Diese Lesbarkeit ist kein Zufall, sondern Programm. Laravel trifft viele Entscheidungen für den Entwickler und nennt das selbst einen Rahmen mit Meinung. Wer dem Rahmen folgt, kommt schnell voran. Dazu kommt ein Umfeld aus fertigen Bausteinen: Werkzeuge, die Verwaltungsoberflächen aus dem Datenmodell erzeugen, Pakete für Abrechnung, Suche oder Anmeldung über Google und Co. Vieles, was anderswo Wochen kostet, ist hier ein Nachmittag.

Route::get('/rechnungen/{nummer}', function (string $nummer) {
    return Rechnung::where('nummer', $nummer)->firstOrFail();
});

// Findet die Rechnung oder liefert automatisch
// eine saubere Fehlerseite

Wie funktioniert Laravel?

Laravel folgt einem bewährten Bauplan: Eine Anfrage kommt herein, das Routing entscheidet, welcher Controller zuständig ist, der holt Daten über die Modelle und gibt sie an eine Vorlage, die daraus die fertige Seite baut. Fachleute nennen das Model View Controller. Für den Auftraggeber heißt es vor allem: Jedes Laravel-Projekt hat dieselben Schubladen, und ein neuer Entwickler weiß, wo er suchen muss.

Zwei Bausteine verdienen besondere Erwähnung. Migrationen beschreiben die Datenbankstruktur als Code: Jede Änderung an einer Tabelle liegt versioniert im Projekt und lässt sich auf jedem System nachvollziehen, statt von Hand auf dem Server gepflegt zu werden. Und Warteschlangen verschieben langsame Arbeit nach hinten: Der Besucher bekommt sofort eine Antwort, während Mailversand oder PDF-Erzeugung im Hintergrund laufen.

Der Unterbau ist übrigens solider, als der Ruf von PHP vermuten lässt: Laravel baut auf mehreren Komponenten von Symfony auf, dem zweiten großen PHP-Framework. Die beiden sind also weniger Konkurrenten, als es scheint, dazu später mehr.

Wozu wird Laravel verwendet?

Laravel spielt seine Stärken dort aus, wo eine Anwendung vor allem aus Formularen, Listen, Rollen und Auswertungen besteht, also im Kern der meisten Geschäftsanwendungen. Typische Einsatzgebiete sind:

  • Kundenportale mit Login, in denen Kunden Aufträge, Dokumente oder Verträge einsehen
  • Verwaltungsanwendungen, die Tabellen und Aktenordner ablösen, etwa für Objekte, Mieter oder Mitglieder
  • Interne Werkzeuge wie Urlaubsplaner, Lagerverwaltung oder Angebotsrechner
  • Onlineshops mit eigenen Anforderungen, die Standardsysteme nicht abdecken
  • Schnittstellen, über die Webseiten und Apps Daten holen und schreiben

Bei uns kommt Laravel vor allem dann zum Zug, wenn die Umgebung des Kunden PHP spricht. Läuft euer Hosting auf PHP und betreut euer Admin PHP-Systeme, bauen wir die Webanwendung in Laravel, statt euch zum Umzug auf eine andere Plattform zu drängen. Eine Hausverwaltung mit tausend Einheiten bekommt so aus Tabellen und Ordnern eine Anwendung mit Mitarbeiter-Login, Eigentümerzugang und Schadensmeldungen, die läuft auf dem vorhandenen Webspace.

Die Geschichte von Laravel

Laravel begann 2011 als Nebenprojekt des Amerikaners Taylor Otwell. Er arbeitete damals mit einem älteren PHP-Framework und vermisste eingebaute Grundlagen wie die Benutzeranmeldung, also baute er sich sein eigenes Werkzeug. Der Zeitpunkt war günstig: PHP hatte einen schlechten Ruf, und viele Entwickler warteten auf ein Framework, mit dem die Arbeit wieder Freude macht. Genau darauf zielte Laravel, mit lesbarem Code, guter Dokumentation und einem stetig wachsenden Baukasten. Bis heute steuert Otwell das Projekt, inzwischen mit einer eigenen Firma dahinter.

Erschienen
2011
Entwickelt von
Taylor Otwell und Gemeinschaft
Sprache
PHP
Lizenz
Quelloffen und kostenlos (MIT)
Stellung
Meistgenutztes PHP-Framework

Vom Nebenprojekt zum Marktführer

Hände auf einer Tastatur vor einem Bildschirm mit Code

Der Anfang

Taylor Otwell veröffentlicht Laravel, weil ihm bestehende PHP-Frameworks zu umständlich sind. Schon die erste Version bringt eine fertige Benutzeranmeldung mit.

2011

Was Laravel nicht kann

Laravel löst viele Probleme, aber nicht alle. Diese Grenzen sollte man vor der Entscheidung kennen:

  • Hochinteraktive Oberflächen sind nicht sein Feld: Wenn sich die Seite laufend ohne Neuladen ändern soll, braucht es zusätzlich eine JavaScript-Oberfläche, und Laravel wird zur Schnittstelle dahinter
  • Für reine Inhaltsseiten ist es der Umweg: Eine Firmenseite mit Texten und Bildern ist mit einem Redaktionssystem schneller und günstiger gebaut
  • Der Komfort hat Schichten: Wer nur dem Baukasten folgt und nie versteht, was darunter passiert, baut bei ungewöhnlichen Anforderungen schnell in eine Sackgasse
  • Versionen wollen gepflegt werden: Jedes Jahr erscheint eine neue Hauptversion, und wer Aktualisierungen jahrelang aufschiebt, bezahlt den Rückstand später gesammelt

Nichts davon ist ein Ausschlusskriterium, es sind Zuständigkeiten. Laravel ist für Fachanwendungen gebaut, nicht für Hochglanz-Oberflächen oder reine Inhaltspflege.

Laravel oder Symfony?

Die beiden großen PHP-Frameworks werden ständig verglichen, dabei beantworten sie unterschiedliche Fragen. Laravel fragt: Wie kommen wir schnell zu einer soliden Anwendung? Symfony fragt: Wie bauen wir ein System, das sich exakt an eigene Regeln hält? Daraus folgen die praktischen Unterschiede:

  • Laravel entscheidet vieles vor und ist dadurch schneller am Ziel, gerade bei Anwendungen aus Formularen, Listen und Rechten
  • Symfony lässt mehr offen und passt besser, wenn komplexe Fachlogik den Takt vorgibt
  • Laravel hat den größeren Baukasten an fertigen Paketen und Diensten, Symfony die längeren, planbaren Wartungszeiträume
  • Verwandt sind beide: Laravel nutzt Symfony-Komponenten als Unterbau

Für die meisten Anwendungen im Mittelstand ist Laravel die wirtschaftlichere Wahl, weil der Vorsprung beim Start und der große Baukasten sich direkt im Budget zeigen. Sobald die Fachlogik das eigentliche Produkt ist, lohnt der Blick auf Symfony. Wie wir das im Einzelfall abwägen, steht auf unserer Seite zur Laravel-Entwicklung.

Laravel aus Kundensicht

Der größte Vorteil für Auftraggeber ist der Markt. Laravel-Entwickler gibt es in jeder Stadt, und weil das Framework den Aufbau vorgibt, kann ein neuer Dienstleister ein bestehendes Projekt übernehmen, ohne monatelang Code zu entziffern. Dazu kommt der Betrieb: PHP läuft auf fast jedem Webhosting, oft auf dem Tarif, den ihr schon bezahlt. Das drückt die laufenden Kosten und macht den Anbieterwechsel leicht, mehr dazu auch in unserem Artikel über Webseiten-Kosten.

Einplanen sollte man die Pflege. Eine Laravel-Version wird nicht ewig mit Sicherheitsaktualisierungen versorgt, deshalb gehört ein regelmäßiges Update ins Budget, wie beim Auto die Inspektion. Wer eine bestehende Anwendung übernimmt oder übergeben will, sollte zuerst nach der Version fragen: Ein gepflegtes Laravel-Projekt ist ein Vermögenswert, ein fünf Jahre altes ohne Updates eine Baustelle mit Ansage.

Lohnt sich Laravel noch?

Ja. PHP wird gern totgesagt, betreibt aber weiterhin einen riesigen Teil des Webs, und Laravel ist der Grund, warum viele Entwickler gern dabei geblieben sind. Das Framework erscheint jährlich in einer neuen Hauptversion, die Firma dahinter wächst, und der Baukasten wird eher größer als kleiner. Von einem Auslaufmodell ist das weit entfernt.

Die ehrliche Einordnung: Für Startups, die eine hochinteraktive Oberfläche als Produkt bauen, ist die JavaScript-Welt mit Node.js und React heute oft die erste Wahl. Für Fachanwendungen im Mittelstand, die auf vorhandener PHP-Infrastruktur laufen sollen und aus Formularen, Listen und Rechten bestehen, bleibt Laravel eine der vernünftigsten Entscheidungen, die man treffen kann. Beide Welten haben ihren Platz, und wer euch nur eine davon anbietet, berät euch nicht, sondern verkauft.

Was Laravel stark macht

Laptop und Tablet zeigen dieselbe Anwendung im Browser

Fertige Grundlagen

Anmeldung, Formularprüfung, Mailversand und Warteschlangen sind eingebaut. Die Arbeit fließt in eure Fachlogik statt in Grundlagen.

Bildschirm mit einer Tabellenansicht voller Datensätze

Datenbank als Code

Migrationen beschreiben jede Tabellenänderung versioniert im Projekt. Kein Rätselraten mehr, was auf welchem Server gilt.

Serverschrank mit blau leuchtenden Laufwerken

Läuft fast überall

PHP gehört zu fast jedem Webhosting. Laravel-Anwendungen laufen oft auf dem Tarif, den ihr ohnehin schon bezahlt.

Beleuchtete Tastatur vor einem Bildschirm mit einer Oberfläche

Großer Markt

Als meistgenutztes PHP-Framework hat Laravel viele Entwickler und Pakete. Ihr seid nie von einem einzigen Dienstleister abhängig.

Was wir mit Laravel bauen

Wenn eure Umgebung PHP spricht, bauen wir darauf auf, statt euch zum Umzug zu drängen.

  • Bildschirm mit zwei Anwendungen, die über Pfeile verbunden sind

    Webanwendungen

    Portale und Verwaltungsanwendungen mit Login, Rollen und Auswertungen, die Tabellen und Aktenordner ablösen.
  • Versandkarton wird gepackt, daneben ein Handy mit einer Bestellübersicht

    Onlineshops

    Shops mit eigener Logik, die Standardsysteme nicht abdecken, etwa besondere Preisfindung oder Freigabewege.
  • Laptop auf einem Schreibtisch mit einer geöffneten Webseite

    Webseiten

    Firmenseiten mit Funktionen dahinter, etwa Kundenbereichen oder Anfrageformularen mit Anbindung an eure Systeme.

Häufige Fragen

Was kostet Laravel?

Das Framework selbst ist quelloffen und kostenlos, auch kommerziell. Kosten entstehen für Entwicklung, Hosting und Pflege. Weil PHP auf günstigem Standard-Webhosting läuft, sind die Betriebskosten meist niedriger als bei anderen Plattformen.

Ist Laravel noch zeitgemäß?

Ja. Laravel bekommt jedes Jahr eine neue Hauptversion, hat eine Firma mit festem Team dahinter und in Umfragen unter PHP-Entwicklern seit Jahren die Spitzenposition. Modernes PHP hat mit dem PHP von 2005 wenig gemein.

Was ist der Unterschied zwischen Laravel und PHP?

PHP ist die Programmiersprache, Laravel ein Framework, das in PHP geschrieben ist. Man kann PHP ohne Laravel schreiben, dann baut man Grundlagen wie Anmeldung und Datenbankzugriff selbst. Laravel liefert diese Grundlagen fertig mit.

Ist Laravel sicher?

Das Framework bringt Schutz gegen die üblichen Angriffe mit, etwa gegen eingeschleuste Datenbankbefehle und gefälschte Formulare. Entscheidend ist die Pflege: Eine aktuelle Version mit eingespielten Updates ist sicher, eine jahrelang unangetastete nicht.

Wer nutzt Laravel?

Unzählige Agenturen und Unternehmen weltweit, vom Handwerksbetrieb mit Kundenportal bis zu Plattformen mit Millionen Nutzern. In der PHP-Welt ist es seit Jahren das Framework mit der größten Verbreitung und Community.

Kann Laravel auch Schnittstellen für Apps?

Ja. Laravel eignet sich gut als Backend für mobile Apps und JavaScript-Oberflächen, inklusive Anmeldung per Token und sauber versionierten Endpunkten. Viele Projekte nutzen es ausschließlich dafür, ganz ohne eigene Oberfläche.

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