
Was ist PHP?
PHP ist die Sprache, die auf dem Server Webseiten zusammenbaut, und steckt hinter WordPress, Shopware und Wikipedia. Woher sie kommt, was sie leistet und ob sie noch zeitgemäß ist, verständlich erklärt.
- Lesezeit
- 8 Minuten
- Autor
- Samet Akin
- Veröffentlicht
- Kategorie
- Technik erklärt
Was ist PHP?
PHP ist eine Programmiersprache für den Server. Das ist der wichtigste Unterschied zu JavaScript, das im Browser des Besuchers läuft: PHP arbeitet dort, wo die Webseite liegt. Ruft jemand eine Seite auf, führt der Server das PHP-Programm aus, holt die passenden Inhalte aus der Datenbank, baut daraus fertiges HTML und schickt es an den Browser. Der Besucher bekommt vom Programm selbst nie etwas zu sehen, nur das Ergebnis.
Diese Arbeitsweise macht PHP zum Motor der meisten Webseiten, die Inhalte verwalten. Ein Redakteur schreibt einen Text ins System, PHP legt ihn in der Datenbank ab und liefert ihn ab sofort an jeden Besucher aus. Genau nach diesem Prinzip funktionieren WordPress, TYPO3 und Shopware, und deshalb ist PHP-Wissen überall dort gefragt, wo diese Systeme laufen.
Ein kleines Beispiel zeigt das Prinzip. Ein Kontaktformular schickt seine Daten an den Server, und ein PHP-Skript verarbeitet sie dort:
<?php
$name = trim($_POST["name"] ?? "");
if ($name !== "") {
mail("info@firma.de", "Neue Anfrage", "Anfrage von " . $name);
echo "<p>Danke, wir melden uns.</p>";
} else {
echo "<p>Bitte einen Namen angeben.</p>";
}Wie funktioniert PHP?
Bei jedem Seitenaufruf läuft das Skript einmal durch, von oben nach unten, und was es ausgibt, wird zur Webseite. Dieses einfache Modell ist eine der Stärken der Sprache: Es gibt keinen Dienst, der ständig laufen und überwacht werden muss. Der Webserver startet das Skript, wenn eine Anfrage kommt, und räumt danach auf. Deshalb funktioniert PHP auch auf dem günstigsten Hosting-Paket.
Für größere Vorhaben schreibt heute niemand mehr jede Zeile selbst. Frameworks wie Laravel und Symfony bringen die wiederkehrenden Bausteine fertig mit: Anmeldung, Formularprüfung, Datenbankzugriff, Rechteverwaltung. Wer ein Portal oder eine Vereinsverwaltung in PHP baut, setzt auf so ein Framework auf und schreibt nur noch das, was das Vorhaben besonders macht.
Die Sprache selbst hat sich dabei stark gewandelt. Seit PHP 7 läuft sie um ein Vielfaches schneller als die alten Versionen, und PHP 8 hat Typangaben etabliert, mit denen sich Fehler vor dem Betrieb finden lassen. Modernes PHP hat mit dem wild zusammengestückelten Code der frühen 2000er wenig gemein, auch wenn der alte Ruf der Sprache hartnäckig nachhängt.
Wozu wird PHP verwendet?
PHP ist die Sprache des inhaltsgetriebenen Webs. Überall dort, wo Texte, Produkte oder Beiträge in einer Datenbank liegen und als Webseite ausgeliefert werden, ist es zu Hause. Typische Einsatzgebiete sind:
- Firmenwebseiten mit WordPress oder TYPO3, bei denen das Team Inhalte selbst pflegt
- Onlineshops mit Shopware oder WooCommerce, vom kleinen Sortiment bis zum B2B-Shop
- Kundenbereiche und Portale, oft auf Basis von Laravel oder Symfony
- Schnittstellen und Importe, etwa der nächtliche Abgleich zwischen Shop und Warenwirtschaft
- Formulare und Anfragen, die geprüft und ins Postfach oder CRM zugestellt werden
Bei uns spielt PHP vor allem dort eine Rolle, wo es schon im Einsatz ist. Viele Kunden kommen mit einer gewachsenen WordPress-Seite oder einem Shop, der seit Jahren läuft, und wir arbeiten uns in diesen Bestand ein, statt reflexhaft einen Neubau zu empfehlen. Erweiterungen, Sicherheitsupdates und Anbindungen an Warenwirtschaften sind dabei die häufigsten Aufgaben, mehr dazu auf unserer Seite zur PHP-Entwicklung.
Die Geschichte von PHP
PHP begann 1995 als Werkzeugkasten eines Einzelnen: Rasmus Lerdorf schrieb sich kleine Programme, um seine private Webseite zu verwalten, und stellte sie öffentlich zur Verfügung. Aus dem Hobbyprojekt wurde eine Sprache, die heute von der PHP Group quelloffen weiterentwickelt wird. Ihren Siegeszug verdankt sie einer einfachen Rechnung: PHP war früh auf fast jedem Webserver vorhanden, also entstanden die großen Systeme wie WordPress darauf, und weil diese Systeme überall laufen, blieb PHP überall gefragt.
- Erschienen
- 1995
- Entwickelt von
- Rasmus Lerdorf, heute PHP Group
- Lizenz
- PHP License, quelloffen und kostenlos
- Läuft auf
- Dem Webserver, nicht im Browser
- Bekannte Systeme
- WordPress, TYPO3, Shopware, Wikipedia
Vom Hobbyprojekt zum Rückgrat

Der Werkzeugkasten
Rasmus Lerdorf veröffentlicht kleine Hilfsprogramme für seine eigene Webseite. Andere greifen zu, erweitern sie, und aus dem Werkzeugkasten wird eine Sprache.
1995
Was PHP nicht kann
PHP endet dort, wo der Server endet. Die Sprache baut Seiten zusammen und liefert sie aus, aber was danach im Browser passiert, liegt außerhalb ihrer Reichweite. Daraus ergeben sich klare Grenzen:
- Es läuft nicht im Browser: für aufklappende Menüs, Live-Filter und sofortige Preisberechnung braucht jede PHP-Seite zusätzlich JavaScript
- Es ist auf Seitenaufrufe ausgelegt: Anwendungen mit ständig aktualisierten Daten, etwa ein Live-Dashboard, passen schlecht zu seinem Modell
- Es schützt nicht vor Altlasten: eine PHP-Version ohne Sicherheitsupdates bleibt ein Risiko, egal wie gut der Code einmal war
- Außerhalb des Webs spielt es kaum eine Rolle: für Desktop-Programme oder Datenanalyse greifen Entwickler zu anderen Sprachen
Keiner dieser Punkte macht PHP zu einer schlechten Wahl, sie beschreiben nur sein Revier: Webseiten, Shops und alles, was aus Inhalten Seiten macht. Innerhalb dieses Reviers ist es schwer zu schlagen.
PHP oder JavaScript?
Auf dem Server konkurriert PHP heute vor allem mit JavaScript in Form von Node.js. Beide bauen Webseiten und Schnittstellen, beide sind kostenlos und quelloffen, und mit beiden lassen sich dieselben Vorhaben umsetzen. Der Unterschied liegt weniger im Können als im Umfeld:
- PHP, wenn die Seite auf WordPress, Shopware oder TYPO3 aufsetzt, denn diese Systeme sind PHP
- PHP, wenn günstiges Standard-Hosting reicht und der Betrieb einfach bleiben soll
- Node.js, wenn die Anwendung sich wie ein Programm anfühlen soll und Oberfläche wie Server in einer Sprache entstehen sollen
- Node.js, wenn laufend Daten fließen, etwa bei Live-Ansichten oder vielen gleichzeitigen Verbindungen
In der Praxis entscheidet oft der Bestand: Wer eine WordPress-Seite hat, fährt mit PHP-Erweiterungen besser als mit einem Technologiewechsel. Wer neu baut und eine Anwendung statt einer Webseite braucht, startet heute meist mit JavaScript oder TypeScript. Wir setzen beides ein und wählen nach Vorhaben, nicht nach Vorliebe.
PHP aus Kundensicht
Für Auftraggeber ist PHP vor allem eines: unabhängig und günstig im Betrieb. Die Sprache kostet nichts, läuft auf jedem Hosting-Paket ab wenigen Euro im Monat, und Dienstleister dafür gibt es in jeder Stadt. Wer eine PHP-Seite besitzt, kann den Hoster wechseln und die Agentur auch. Diese Freiheit ist ein echter Wert, den man erst bemerkt, wenn man sie nicht hat.
Die eigentlichen Folgekosten entstehen woanders: bei der Pflege. PHP-Versionen laufen nach einigen Jahren aus und bekommen dann keine Sicherheitsupdates mehr, und WordPress-Plugins wollen regelmäßig aktualisiert werden. Eine Seite, die drei Jahre niemand angefasst hat, ist deshalb kein Schnäppchen, sondern eine offene Rechnung. Plant für jede PHP-Seite laufende Wartung ein, sie ist deutlich billiger als der Notfall danach.
Lohnt sich PHP noch?
Ja, und zwar aus einem nüchternen Grund: PHP treibt einen so großen Teil des Webs an, dass es auf Jahrzehnte gebraucht wird. WordPress allein steht hinter einem erheblichen Teil aller Webseiten weltweit, dazu kommen Shops, Portale und Behördenseiten. Diese Systeme verschwinden nicht, sie werden gepflegt, erweitert und abgesichert, und all das ist PHP-Arbeit.
Gleichzeitig ist PHP nicht mehr die selbstverständliche Wahl für alles Neue. Webanwendungen, die sich wie Programme anfühlen, entstehen heute häufiger in TypeScript, und für Datenverarbeitung führt der Weg zu Python. PHP hat sich vom Alleskönner zum Spezialisten entwickelt: unschlagbar bei Inhalten, Shops und allem, was auf bestehenden Systemen aufsetzt.
Wer heute eine Firmenwebseite oder einen Shop plant, macht mit PHP nichts falsch, im Gegenteil. Die Sprache wird aktiv weiterentwickelt, jedes Jahr erscheint eine neue Version, und die Auswahl an Fachleuten ist riesig. Entscheidend ist nur, dass das Projekt auf einer aktuellen Version startet und gepflegt wird.
Was PHP stark macht

Läuft überall günstig
Praktisch jeder Webhoster unterstützt PHP ohne Aufpreis. Der Betrieb kostet wenige Euro im Monat und bindet euch an keinen Anbieter.

Die Shop-Sprache
Shopware und WooCommerce sind PHP. Wer einen Shop erweitert oder an die Warenwirtschaft anbindet, arbeitet automatisch mit dieser Sprache.

Verbindet Systeme
PHP-Skripte gleichen nachts Bestände ab, lesen Preislisten ein und stellen Anfragen ins CRM zu. Unspektakulär, aber jeden Tag im Einsatz.

Riesige Auswahl an Fachleuten
PHP-Entwickler gibt es in jeder Stadt. Wer den Dienstleister wechseln will oder muss, findet schnell Ersatz, und das drückt die Preise.
Was wir mit PHP bauen
PHP begegnet uns meist im Bestand: Seiten und Shops, die laufen und weiterlaufen sollen. Drei Bereiche, in denen wir damit arbeiten.

Onlineshops
Shopware und WooCommerce einrichten, erweitern und an die Warenwirtschaft anbinden, damit Bestände und Preise stimmen.
Webanwendungen
Kundenbereiche und Portale mit Laravel oder Symfony, wenn Plugins nicht mehr reichen und eigene Abläufe gefragt sind.
Hosting und Wartung
PHP-Versionen aktuell halten, Updates einspielen und Backups prüfen, damit die Seite kein offenes Einfallstor wird.





