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Was ist Next.js?

Next.js ist das Framework hinter vielen der schnellsten Webseiten im Netz, auch hinter dieser. Was es von reinem React unterscheidet und warum Suchmaschinen es mögen, verständlich erklärt.

Lesezeit
8 Minuten
Autor
Samet Akin
Veröffentlicht

Was ist Next.js?

Wer mit React eine Webseite bauen will, muss viele Fragen selbst beantworten: Wie entstehen Unterseiten mit eigenen Adressen? Wo kommen die Daten her? Wie werden Bilder verkleinert, wie wird der Code aufgeteilt, damit die Seite schnell lädt? Next.js ist die gesammelte Antwort auf diese Fragen. Es legt sich als Rahmen um React und bringt alles mit, was aus einer Oberfläche eine vollständige Webseite macht.

Der wichtigste Baustein ist das Rendern auf dem Server. Eine reine React-Anwendung schickt dem Browser zuerst eine fast leere Seite und baut den Inhalt danach per JavaScript auf. Next.js dreht das um: Der Server setzt die Seite fertig zusammen und liefert komplettes HTML aus. Besucher sehen den Inhalt früher, und Suchmaschinen können ihn direkt lesen, ohne auf JavaScript zu warten.

Geschrieben wird Next.js in JavaScript oder besser TypeScript, und wer es einsetzt, schreibt weiterhin React-Komponenten. Neu ist vor allem die Struktur: Jede Datei im Projektordner wird automatisch zu einer Unterseite mit eigener Adresse.

// app/produkte/[slug]/page.tsx
// wird automatisch zur Adresse /produkte/fenster-typ-a

export default async function Produktseite({ params }) {
  const produkt = await ladeProdukt(params.slug);

  return (
    <main>
      <h1>{produkt.name}</h1>
      <p>{produkt.beschreibung}</p>
    </main>
  );
}

Wie funktioniert Next.js?

Next.js entscheidet je Seite, wann sie zusammengebaut wird. Eine Leistungsseite, die sich selten ändert, wird schon beim Veröffentlichen fertig erzeugt und liegt dann als schnelle statische Datei bereit. Eine Produktseite mit Lagerbestand entsteht bei jedem Aufruf frisch auf dem Server. Und ein Filter im Katalog läuft im Browser, damit er ohne Neuladen reagiert. Alle drei Wege stecken im selben Projekt und lassen sich mischen.

Dazu kommt Handwerk, das sonst jedes Projekt selbst erledigen müsste: Bilder werden automatisch in der passenden Größe und im modernen Format ausgeliefert, der Code wird je Seite aufgeteilt, sodass der Browser nur lädt, was er gerade braucht, und Metadaten für Suchmaschinen haben feste, gut erreichbare Plätze. Seit der Einführung der Server Components kann ein Teil der Komponenten sogar komplett auf dem Server bleiben und schickt gar kein JavaScript mehr zum Besucher.

Für den Betrieb braucht Next.js einen Server mit Node.js oder einen Hosting-Dienst, der das übernimmt. Es läuft bei Vercel selbst, aber genauso auf deutschen Servern oder im eigenen Container, wenn Daten im Land bleiben sollen.

Wozu wird Next.js verwendet?

Next.js passt immer dann, wenn eine Seite zwei Dinge gleichzeitig können muss: gefunden werden und sich wie eine Anwendung anfühlen. Typische Einsatzgebiete sind:

  • Firmenwebseiten, die über Google Anfragen bringen sollen statt nur zu existieren
  • Produktkataloge mit hunderten Seiten, jede mit eigener Adresse und eigenen Suchbegriffen
  • Onlineshops, bei denen Produktseiten indexiert werden und der Warenkorb trotzdem sofort reagiert
  • Portale mit öffentlichem Bereich und geschütztem Kundenbereich in einem Projekt
  • Ratgeber- und Blogbereiche, die auf Ladezeit und Suchmaschinen ausgelegt sind

Die Webseite, die ihr gerade lest, ist selbst mit Next.js gebaut. Jede Leistungsseite und jeder Blogartikel kommt als fertiges HTML aus dem Server, mit Titel, Beschreibung und strukturierten Daten. Genau diese Bauweise ist der Grund, warum kleine Firmenseiten heute bei Google mit deutlich größeren mithalten können.

Die Geschichte von Next.js

Next.js erschien 2016, entwickelt von der Firma, die heute Vercel heißt. Der Ausgangspunkt war eine Lücke: React hatte sich für Oberflächen durchgesetzt, aber der Weg zur vollständigen, schnellen und auffindbaren Webseite blieb Handarbeit. Next.js machte das Rendern auf dem Server zur Grundeinstellung statt zur Spezialaufgabe und traf damit einen Nerv.

Erschienen
2016, quelloffen
Entwickelt von
Vercel, gemeinsam mit dem React-Team
Baut auf
React und Node.js
Lizenz
MIT, kostenfrei nutzbar
Typische Einsätze
Webseiten, Shops und Portale mit Suchmaschinenbezug

Vom Werkzeug zum Regelfall

Zwei Bildschirme mit Code in einem dunklen Büro

Erste Version

Vercel veröffentlicht Next.js als Antwort auf eine einfache Frage: Warum ist eine React-Seite mit Serverrendering so mühsam? Die Grundidee steht von Anfang an.

2016

Was Next.js nicht kann

Next.js ist ein Werkzeug für Entwickler, kein fertiges Produkt. Ein paar Erwartungen, die es regelmäßig enttäuscht, gehören deshalb in jede ehrliche Erklärung:

  • Es ist kein Redaktionssystem: Inhalte pflegt man nicht in Next.js, dafür braucht es zusätzlich ein CMS wie WordPress oder ein Headless-System
  • Es garantiert keine gute Platzierung: Next.js schafft die technische Grundlage, Inhalte und Suchbegriffe bleiben eigene Arbeit
  • Es ist für reine Anwendungen hinter dem Login mehr Aufwand als nötig, dort reicht reines React
  • Es entwickelt sich schnell weiter: größere Versionssprünge brauchen eingeplante Pflege, sonst veraltet das Projekt

Wer diese Grenzen kennt, kann Next.js richtig einordnen: als technisches Fundament, auf dem Inhalte, Design und Pflege aufsetzen.

Next.js oder reines React?

Die Frage stellt sich bei fast jedem Projekt, und die Antwort hängt an einem Punkt: Muss die Seite gefunden werden? Next.js ist die richtige Wahl, wenn:

  • die Seite öffentlich ist und über Google oder KI-Suchen Besucher bringen soll
  • viele Unterseiten mit eigenen Adressen existieren, etwa Produkte, Standorte oder Ratgeberartikel
  • die Ladezeit zählt, weil Besucher von Werbeanzeigen oder Suchergebnissen kommen
  • öffentlicher Auftritt und Kundenbereich in einem Projekt leben sollen

Reines React genügt dagegen für Anwendungen hinter dem Login, etwa ein internes Planungswerkzeug, das niemand über eine Suchmaschine finden soll. Dort bringt das Rendern auf dem Server keinen Nutzen und kostet nur Aufbau. Beide Wege beschreiben wir auf unserer Seite zur Next.js-Entwicklung genauer.

Next.js aus Kundensicht

Für Auftraggeber übersetzt sich Next.js in drei spürbare Dinge: Die Seite lädt schnell, sie taucht mit jeder Unterseite in Suchergebnissen auf, und sie lässt sich später zur Anwendung ausbauen, ohne neu anzufangen. Gerade der letzte Punkt spart Geld. Eine Firmenseite, die heute mit fünf Seiten startet, kann im selben Projekt einen Konfigurator, einen Shop oder ein Kundenportal dazubekommen.

Bei den laufenden Kosten ist Next.js unauffällig: keine Lizenzgebühren, Hosting ab wenigen Euro im Monat, bei statischen Seiten sogar auf einfachem Webspace. Einplanen solltet ihr Pflege, denn das Framework bekommt regelmäßig neue Hauptversionen. Und ihr seid nicht an einen Anbieter gebunden: Der Code gehört euch, läuft bei jedem Hoster mit Node.js und kann von jedem React-Entwickler übernommen werden.

Ist Next.js die Zukunft?

Im React-Umfeld ist Next.js längst die Gegenwart. Das React-Team empfiehlt für neue Projekte ausdrücklich ein Framework und arbeitet bei neuen Funktionen wie den Server Components direkt mit Vercel zusammen. Wer heute eine auffindbare React-Seite baut, landet in den meisten Fällen bei Next.js, und daran wird sich auf absehbare Zeit wenig ändern.

Eine ehrliche Einordnung nennt auch die Abhängigkeit: Hinter Next.js steht mit Vercel eine einzelne Firma, die damit Geld verdient. Das treibt die Entwicklung, bindet sie aber auch an deren Interessen. Der Code selbst bleibt quelloffen unter MIT-Lizenz und läuft überall, wer Next.js einsetzt, kann den Hoster also jederzeit wechseln. Zudem ist die Verbreitung inzwischen so groß, dass ein plötzliches Ende praktisch ausgeschlossen ist.

Interessant wird die Zukunft eher durch die KI-Suche. Systeme wie ChatGPT und die KI-Übersichten von Google lesen am liebsten Seiten mit fertigem HTML und strukturierten Daten. Genau das ist die Bauweise von Next.js, weshalb die Technik durch diese Entwicklung eher wichtiger wird als unwichtiger.

Was Next.js stark macht

Bildschirm mit einer steigenden Auswertungskurve

Fertiges HTML für Google

Jede Seite kommt komplett gerendert aus dem Server. Suchmaschinen und KI-Systeme lesen den Inhalt direkt, ohne auf JavaScript zu warten.

Beleuchtete Tastatur vor einem Bildschirm mit einer Oberfläche

Schnell ohne Zutun

Bilder in passender Größe, Code je Seite aufgeteilt, Seiten vorab erzeugt. Vieles, was Ladezeit kostet, erledigt das Framework von selbst.

Laptop und Tablet zeigen dieselbe Anwendung im Browser

Seite und Anwendung zugleich

Öffentliche Seiten, Konfiguratoren und Kundenbereich leben im selben Projekt. Was klein startet, wächst ohne Neuanfang weiter.

Bildschirm mit einem Dashboard voller Diagramme und Kennzahlen

Kein Anbieterzwang

Quelloffen unter MIT-Lizenz, lauffähig bei jedem Hoster mit Node.js. Der Code gehört euch und zieht bei Bedarf einfach um.

Was wir mit Next.js bauen

Next.js ist unsere Grundlage für alles, was öffentlich sichtbar sein soll.

  • Hände auf einer Tastatur vor einem Bildschirm mit Code

    Webseiten

    Firmenwebseiten, die schnell laden und mit jeder Unterseite bei Google auftauchen, so wie diese Seite selbst.
  • Laptop mit einem Onlineshop und einer Produktübersicht

    Onlineshops

    Shops mit indexierbaren Produktseiten und einem Warenkorb, der ohne Neuladen reagiert.
  • Laptop mit einer Anmeldemaske für ein Kundenportal

    Webanwendungen

    Portale mit öffentlichem Auftritt und geschütztem Kundenbereich in einem Projekt.

Häufige Fragen

Was kostet Next.js?

Das Framework ist quelloffen und kostenlos, auch für kommerzielle Projekte. Bezahlt werden Entwicklung und Hosting, das je nach Aufbau ab wenigen Euro im Monat möglich ist. Lizenzgebühren gibt es nicht.

Ist Next.js ein CMS?

Nein. Next.js baut und liefert die Seiten aus, bringt aber keine Oberfläche zur Inhaltspflege mit. Wer Texte und Bilder selbst pflegen will, kombiniert Next.js mit einem Redaktionssystem, das die Inhalte über eine Schnittstelle liefert. Beides zusammen ist ein sehr üblicher Aufbau.

Wer hat Next.js entwickelt?

Die Firma Vercel aus den USA, gegründet von Guillermo Rauch. Sie veröffentlichte das Framework 2016 quelloffen und entwickelt es seitdem weiter, inzwischen in enger Zusammenarbeit mit dem React-Team von Meta.

Ist Next.js gut für SEO?

Ja, das ist einer der Hauptgründe für den Einsatz. Jede Seite kommt als fertiges HTML mit eigenen Metadaten aus dem Server, lädt schnell und lässt sich mit strukturierten Daten anreichern. Die Inhalte müssen trotzdem gut sein, Next.js liefert die Technik, nicht die Texte.

Welche Unternehmen nutzen Next.js?

Next.js steckt unter anderem hinter Auftritten von Nike, Netflix und Notion, dazu hinter unzähligen Firmenseiten und Shops weltweit. Auch unsere eigene Webseite läuft damit, ebenso die meisten Webseiten, die wir für Kunden bauen.

Ist Next.js schwer zu lernen?

Wer React beherrscht, findet sich schnell zurecht, denn geschrieben werden weiterhin React-Komponenten. Neu sind die Regeln des Frameworks, etwa wann eine Seite auf dem Server und wann im Browser entsteht. Für Einsteiger ohne React-Kenntnisse ist der Weg entsprechend länger.

Braucht Next.js einen eigenen Server?

Nicht zwingend. Seiten, die sich selten ändern, kann Next.js beim Veröffentlichen fertig erzeugen, dann reicht einfaches Webhosting. Sobald Inhalte je Aufruf entstehen, etwa Lagerbestände oder ein Login, braucht es einen Server mit Node.js oder einen Hosting-Dienst, der das übernimmt.

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