
Was ist WordPress?
WordPress betreibt einen großen Teil aller Webseiten weltweit, von der Handwerker-Seite bis zum Magazin. Woher das System kommt, wie es funktioniert und wann ein Baukasten die ehrlichere Wahl ist, verständlich erklärt.
- Lesezeit
- 9 Minuten
- Autor
- Samet Akin
- Veröffentlicht
- Kategorie
- Technik erklärt
Was ist WordPress?
WordPress ist ein Content-Management-System, kurz CMS. Das bedeutet: die Software trennt die Inhalte einer Webseite von ihrer Technik. Wer einen Text ändern will, meldet sich in einer Verwaltungsoberfläche an, tippt die Änderung in ein Eingabefeld und speichert. Programmieren muss dafür niemand. Geschrieben ist WordPress in PHP, die Inhalte liegen in einer MySQL-Datenbank, und die Software selbst ist quelloffen und kostet nichts.
Wichtig für die Einordnung: WordPress ist ein klassisches CMS. Es verwaltet nicht nur die Inhalte, sondern liefert auch die fertige Seite an den Browser aus. Menüs, Seiten, Beiträge und das Aussehen gehören zum System. Das unterscheidet es von einem Headless-CMS wie Sanity, das nur Inhalte speichert und die Darstellung anderen überlässt. Für die meisten Firmenwebseiten ist das klassische Modell der kürzere Weg.
Ein Beispiel macht den Nutzen greifbar. Ein Malerbetrieb hat auf seiner Webseite eine Stellenanzeige. Im Frühjahr sucht er einen Gesellen, im Herbst ist die Stelle besetzt, im Winter kommt eine Ausbildungsstelle dazu. Mit WordPress erledigt das die Person im Büro selbst, in wenigen Minuten. Ohne CMS würde jede dieser Kleinigkeiten eine Mail an eine Agentur bedeuten, mit Wartezeit und einer Rechnung.
Wie funktioniert WordPress?
WordPress läuft auf einem Webserver. Ruft ein Besucher eine Seite auf, setzt PHP die Seite aus zwei Zutaten zusammen: den Inhalten aus der Datenbank und dem sogenannten Theme, das Layout, Farben und Schriften bestimmt. Das Ergebnis schickt der Server als fertige Seite an den Browser. Inhalte und Aussehen bleiben dadurch getrennt: ein neues Theme ändert das Gesicht der Seite, ohne dass ein einziger Text verloren geht.
Funktionen, die WordPress von Haus aus nicht hat, kommen über Plugins dazu: ein Kontaktformular, eine Bildergalerie, ein Kalender oder mit WooCommerce ein ganzer Onlineshop. Das Verzeichnis umfasst zehntausende Erweiterungen. Genau hier liegt aber auch die häufigste Fehlerquelle: jedes Plugin ist fremder Code auf eurem Server, und jedes weitere macht die Seite ein Stück langsamer und pflegebedürftiger. Wenige gute Plugins schlagen viele bequeme.
Geschrieben werden Inhalte seit 2018 im Block-Editor. Texte, Bilder, Spalten und Buttons sind dabei einzelne Bausteine, die sich untereinander anordnen lassen. Dazu kommt eine Rechteverwaltung: die Redaktion darf Beiträge schreiben, aber keine Plugins installieren, und der Admin darf alles. Für den Betrieb braucht WordPress regelmäßige Updates, denn Kern, Theme und Plugins werden laufend weiterentwickelt und Sicherheitslücken geschlossen.
Wozu wird WordPress verwendet?
WordPress wurde als Blogsoftware geboren und ist heute ein System für fast alle Arten von Inhaltsseiten. Am besten passt es überall dort, wo eine Seite vor allem aus Texten, Bildern und Beiträgen besteht und sich regelmäßig ändert. Typische Einsatzgebiete sind:
- Firmenwebseiten mit Leistungsseiten, Referenzen und Ansprechpartnern
- Blogs, Magazine und Ratgeberseiten mit vielen Beiträgen
- Karriereseiten, auf denen Stellenanzeigen kommen und gehen
- Vereins- und Verbandsseiten mit Terminen und Neuigkeiten
- Kleine Onlineshops, die mit WooCommerce auf der Webseite aufsetzen
Wir arbeiten seit Jahren mit WordPress und bauen dabei eigene Themes und Bausteine, statt fertige Baukasten-Plugins zusammenzuklicken. Genauso oft übernehmen wir gewachsene Installationen: Seiten mit dreißig Plugins, alter PHP-Version und niemandem, der sich zuständig fühlt. Meist lässt sich so eine Seite aufräumen, manchmal ist ein Neuaufbau günstiger. Was davon zutrifft, sagen wir nach einem Blick in das System, nicht nach Gefühl. Mehr dazu steht auf unserer Seite zur WordPress-Entwicklung.
Die Geschichte von WordPress
WordPress entstand 2003, als Matt Mullenweg und Mike Little eine verwaiste Blogsoftware namens b2/cafelog weiterführten. Aus dem Hobbyprojekt zweier Entwickler wurde in wenigen Jahren das verbreitetste CMS der Welt, getragen von einer offenen Lizenz, einer großen Community und der einfachen Grundidee: Inhalte pflegen soll jeder können, nicht nur Programmierer.
- Erschienen
- 27. Mai 2003
- Entwickelt von
- Matt Mullenweg und Mike Little, heute von einer weltweiten Community
- Lizenz
- Quelloffen und kostenlos (GPL)
- Technik
- PHP und MySQL
- Verbreitung
- Das mit Abstand meistgenutzte CMS im Web
Von der Blogsoftware zum Standard

Der Anfang
Matt Mullenweg und Mike Little veröffentlichen die erste Version, aufbauend auf der eingestellten Blogsoftware b2/cafelog. Das Ziel ist bescheiden: bloggen soll einfacher werden.
27. Mai 2003
Was WordPress nicht kann
WordPress ist für Inhalte gebaut, nicht für Logik. Sobald eine Seite im Kern aus Abläufen besteht, also Nutzerkonten, Berechnungen, Buchungen oder Freigaben, arbeitet man gegen das System statt damit. Auch der Betrieb hat einen Preis, den man vorher kennen sollte:
- Es läuft nicht von allein: ohne regelmäßige Updates wird jede Installation mit der Zeit zum Sicherheitsrisiko
- Es ist wegen seiner Verbreitung ein Dauerziel automatisierter Angriffe, der Login braucht zusätzlichen Schutz
- Viele Plugins machen die Seite langsam und schwer wartbar, jede Erweiterung ist fremder Code auf eurem Server
- Für Anwendungen mit viel eigener Logik ist es das falsche Werkzeug, da passt eine eigene Entwicklung besser
Keiner dieser Punkte spricht grundsätzlich gegen WordPress. Sie bedeuten nur: die Software ist kostenlos, der Betrieb ist es nicht. Wer eine WordPress-Seite bestellt, sollte die Pflege von Anfang an mitdenken, nicht erst nach dem ersten Vorfall.
WordPress oder Baukasten?
Baukästen wie Wix, Jimdo oder Squarespace sind gemietete Komplettpakete: Server, Software und Editor kommen aus einer Hand, ihr zahlt monatlich und müsst euch um nichts kümmern. Das ist bequem, und für eine Visitenkarten-Seite mit fünf Unterseiten ist es oft die ehrlichere Empfehlung. Die Unterschiede zeigen sich, sobald die Seite wachsen soll. WordPress ist die bessere Wahl, wenn:
- die Seite euch gehören soll, samt Daten und der Freiheit, den Hoster zu wechseln
- ihr Funktionen braucht, die der Baukasten nicht vorsieht, etwa Schnittstellen oder Sonderwünsche im Layout
- die Seite bei Google mehr sein soll als ein Eintrag, denn bei Technik und Ladezeit habt ihr selbst die Hand drauf
- später ein Blog, eine Karriereseite oder ein kleiner Shop dazukommen könnte
Der wichtigste Unterschied steht im Kleingedruckten: aus einem Baukasten kommt ihr schwer wieder heraus. Die Inhalte lassen sich selten sauber exportieren, ein Umzug bedeutet fast immer Neuaufbau. Eine WordPress-Seite könnt ihr dagegen mitnehmen, zu jedem Hoster und zu jedem Dienstleister. Was beide Wege kosten, haben wir im Artikel Was kostet eine Webseite? aufgeschlüsselt.
WordPress aus Kundensicht
Für Auftraggeber hat WordPress zwei Eigenschaften, die bares Geld wert sind. Erstens: ihr pflegt Inhalte selbst und zahlt nicht für jede Textänderung. Zweitens: ihr seid nicht an uns gebunden. WordPress kennen so viele Dienstleister, dass ihr jederzeit wechseln könnt, ohne die Seite neu bauen zu lassen. Wir nennen das bewusst, denn eine Empfehlung, die den Kunden festbindet, ist keine gute Empfehlung.
Auf der anderen Seite stehen laufende Kosten, die im Angebot oft fehlen: Hosting, Updates, Backups und ein wacher Blick auf die Sicherheit. Rechnet dafür mit einem festen monatlichen Betrag, ob bei uns oder woanders. Eine ungepflegte WordPress-Seite ist wie ein Auto ohne Inspektion: es fährt erstaunlich lange, bis es plötzlich teuer wird. Wie wir das absichern, steht auf unserer Seite zur IT-Sicherheit.
Lohnt sich WordPress noch?
Ja, für die Aufgabe, für die es gemacht ist. An der Kombination aus selbst pflegbaren Inhalten, riesiger Auswahl an Erweiterungen und der Gewissheit, immer jemanden zu finden, der sich auskennt, hat sich nichts geändert. Das System wird aktiv weiterentwickelt, der Block-Editor ist erwachsen geworden, und die Verbreitung ist seit Jahren stabil hoch.
Wahr ist auch: WordPress hat ernsthafte Konkurrenz bekommen. Für Seiten mit strukturierten Inhalten, die an mehreren Stellen gebraucht werden, sind Headless-Systeme wie Sanity oder Strapi oft die bessere Architektur, und für Seiten ganz ohne Redaktion braucht es gar kein CMS. Die Frage ist also nicht, ob WordPress gut ist, sondern ob es zu eurer Aufgabe passt. Für die klassische Firmenwebseite mit eigener Inhaltspflege lautet die Antwort meistens ja.
Was WordPress stark macht

Inhalte ohne Wartezeit
Texte, Bilder und Beiträge ändert ihr selbst, direkt im Browser. Keine Mail an die Agentur, keine Rechnung für drei geänderte Sätze.

Für fast alles erweiterbar
Formulare, Kalender, Mehrsprachigkeit oder ein Shop: für die meisten Aufgaben gibt es geprüfte Erweiterungen. Was fehlt, bauen wir als eigenes Plugin.

Gute Basis für Google
Saubere Adressen, schnelle Auslieferung und volle Kontrolle über Titel und Beschreibungen. WordPress legt ein solides Fundament für die Suche, den Rest macht der Inhalt.

Pflege ist planbar
Updates, Backups und Sicherheitsprüfungen folgen einem festen Rhythmus. Wer das ernst nimmt, betreibt WordPress über viele Jahre ohne böse Überraschungen.
Rund um eure WordPress-Seite
Vom Aufbau über den Betrieb bis zur Absicherung: das übernehmen wir rund um WordPress.

Webseiten
Firmenwebseiten mit eigenem Theme statt gekauftem Standardaussehen, gebaut für eure Inhalte und eure Kunden.
Hosting und Wartung
Updates, Backups und Überwachung im festen Rhythmus, damit die Seite schnell und sicher bleibt.
IT-Sicherheit
Abgesicherter Login, geprüfte Backups und aufgeräumte Plugins, damit eure Seite kein leichtes Ziel ist.





