
Was ist Strapi?
Strapi ist ein quelloffenes Headless-CMS, das auf eurem eigenen Server läuft und Inhalte an Webseite, App und andere Systeme liefert. Woher es kommt, wie es funktioniert und wann WordPress trotzdem reicht, verständlich erklärt.
- Lesezeit
- 9 Minuten
- Autor
- Samet Akin
- Veröffentlicht
- Kategorie
- Technik erklärt
Was ist Strapi?
Strapi ist ein Content-Management-System der Headless-Bauart. Headless heißt: das System hat keinen eigenen Kopf, also keine eigene Webseite. Es speichert Inhalte und liefert sie über eine Schnittstelle an jeden, der sie braucht, an eine Webseite, eine App oder ein anderes Programm. Das unterscheidet Strapi von einem klassischen CMS wie WordPress, bei dem Inhalte und fertige Webseite ein System bilden.
Die zweite Besonderheit ist der Betrieb. Gehostete Headless-Dienste wie Sanity laufen in der Cloud des Anbieters, Strapi dagegen installiert ihr wie eigene Software: auf einem Server im eigenen Haus, bei einem deutschen Hoster oder in der Cloud eurer Wahl. Technisch läuft es auf Node.js und legt seine Daten in einer gewöhnlichen Datenbank ab, etwa PostgreSQL oder MySQL. Der Quellcode ist offen, Lizenzkosten fallen für die freie Fassung nicht an.
Das Grundprinzip ist schnell erklärt. Ihr definiert Inhaltstypen, zum Beispiel eine Stellenanzeige mit den Feldern Titel, Standort, Arbeitszeit und Vertragsart. Strapi baut daraus zwei Dinge: eine Verwaltungsoberfläche, in der die Redaktion Anzeigen anlegt und pflegt, und eine Schnittstelle, über die Webseite, Bewerber-App und Jobportale dieselben Anzeigen abrufen. Einmal eintragen, überall aktuell.
Wie funktioniert Strapi?
Im Zentrum steht der Content-Type-Builder. Damit werden die Inhaltstypen eures Projekts angelegt, jeder mit seinen Feldern: Texte, Zahlen, Bilder, Datumsangaben oder Verknüpfungen zu anderen Inhalten. Aus dieser Beschreibung erzeugt Strapi automatisch die Eingabemasken für die Redaktion und die Schnittstellen nach außen, wahlweise als REST oder GraphQL. Es muss also niemand für jede neue Inhaltsart eine Schnittstelle programmieren.
Fragt eine Webseite die Schnittstelle ab, bekommt sie die Inhalte als strukturierte Daten zurück. Eine Anfrage nach offenen Stellen sieht im Ergebnis zum Beispiel so aus:
Was daraus auf dem Bildschirm wird, entscheidet die Anwendung, die die Daten abholt. Die Webseite macht daraus eine Karriereseite, die App eine Liste mit Filtern. Dazu kommt eine Rechteverwaltung: welche Rolle welche Inhalte anlegen, ändern oder veröffentlichen darf, wird pro Inhaltstyp festgelegt. Für den Betrieb braucht Strapi das, was jede Server-Software braucht: Updates, Backups und jemanden, der beides ernst nimmt.
{
"data": [
{
"id": 12,
"titel": "Anlagenmechaniker (m/w/d)",
"standort": "Oberhausen",
"arbeitszeit": "Vollzeit",
"vertragsart": "Unbefristet"
}
]
}Wozu wird Strapi verwendet?
Strapi passt überall dort, wo Inhalte mehrere Systeme versorgen sollen und die Daten im eigenen Zugriff bleiben müssen. Typische Einsatzgebiete sind:
- Webseite und App aus einer Quelle, etwa Stellenanzeigen oder Produktdaten für beide Kanäle
- Portale, die Inhalte mit vorhandener Firmensoftware zusammenbringen
- Projekte mit Vorgaben zum Datenstandort, bei denen Inhalte auf eigenen oder deutschen Servern liegen sollen
- Anwendungen mit vielen Abfragen, bei denen eine Abrechnung nach Verbrauch teuer würde
- Inhalte für mehrere Sprachen und Länder, zentral gepflegt und überall abrufbar
Wir richten Strapi für solche Fälle ein: Inhaltstypen, Rechte und Schnittstellen, dazu der Betrieb auf einem Server, den ihr kontrolliert. Auf Wunsch übernehmen wir Updates und Backups im festen Rhythmus, sonst übergeben wir das Ganze mit einer Anleitung an eure IT. Details dazu stehen auf unserer Seite zur Strapi-Entwicklung.
Die Geschichte von Strapi
Strapi begann 2015 als Projekt dreier Studenten in Paris, die für Kundenprojekte immer wieder Schnittstellen bauen mussten und sich diese Arbeit abnehmen wollten. Der Name verrät das Ziel: er steckt in der Wendung Bootstrap your API, frei übersetzt: bau deine Schnittstelle in Minuten statt in Wochen. Aus dem Projekt wurde ein Unternehmen mit Sitz in Paris, aus dem Werkzeug eines der bekanntesten quelloffenen Headless-Systeme.
- Erschienen
- 2015
- Herkunft
- Strapi, Frankreich, als Studentenprojekt gestartet
- Lizenz
- Quelloffen, dazu kostenpflichtige Zusatzfunktionen
- Technik
- Node.js, dazu PostgreSQL oder MySQL
- Schnittstellen
- REST und GraphQL, automatisch aus den Inhaltstypen erzeugt
Vom Studentenprojekt zum Standard

Der Anfang
Drei Studenten in Paris veröffentlichen Strapi, um Schnittstellen nicht mehr von Hand bauen zu müssen. Das Projekt ist von Beginn an quelloffen und findet schnell Mitstreiter.
2015
Was Strapi nicht kann
Strapi nimmt euch die Schnittstellen ab, aber nicht die Verantwortung. Wer sich dafür entscheidet, sollte drei Dinge vorher wissen:
- Es liefert keine Webseite mit: die Darstellung für Besucher ist ein eigenes Projekt mit eigenem Aufwand
- Der Betrieb liegt bei euch: Updates, Backups und Serverpflege müssen geregelt sein, sonst altert das System wie jede unbetreute Software
- Die Redaktion arbeitet ohne eingebaute Live-Vorschau: wie ein Inhalt auf der Seite wirkt, zeigt erst die Seite selbst
- Änderungen an Inhaltstypen und Rechten macht ein Entwickler oder eine geschulte IT, nicht die Redaktion nebenbei
Nichts davon ist ein Mangel, es ist die Kehrseite der Unabhängigkeit. Wer keinen Anbieter zwischen sich und den Inhalten haben will, übernimmt dessen Aufgaben mit. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, wie viele Systeme die Inhalte brauchen und wer den Betrieb stemmt.
Strapi oder WordPress?
Beide sind quelloffen, beide laufen auf eigenen Servern, und trotzdem sind es Werkzeuge für verschiedene Aufgaben. WordPress ist ein klassisches CMS: es verwaltet Inhalte und liefert zugleich die fertige Webseite, deshalb steht eine Firmenseite damit schnell. Strapi verwaltet nur Inhalte und überlässt die Darstellung anderen. Strapi ist die bessere Wahl, wenn:
- mehrere Systeme dieselben Inhalte brauchen, etwa Webseite, App und ein Kundenportal
- Inhalte feste Strukturen haben und als Daten gepflegt werden sollen, nicht als gestaltete Seiten
- die Webseite ohnehin mit einem modernen Framework wie Next.js entsteht
- Datenhaltung auf eigenen Servern Pflicht ist und trotzdem kein Cloud-Vertrag entstehen soll
WordPress gewinnt dagegen bei der klassischen Firmenwebseite, die nur an einer Stelle erscheint: die Redaktion sieht sofort, was sie tut, das Ökosystem ist riesig, und die Einrichtung kostet einen Bruchteil. Ein Headless-System für eine Seite zu betreiben, die nie einen zweiten Kanal bekommt, ist Aufwand ohne Ertrag. Wir sagen euch vorher, in welche der beiden Welten euer Projekt gehört.
Strapi aus Kundensicht
Für Auftraggeber hat Strapi eine seltene Eigenschaft: es gibt keine laufenden Lizenzkosten und keinen Anbieter, der die Preise erhöhen kann. Bezahlt werden Einrichtung, Server und Pflege, alles Posten, die ihr kennt und steuern könnt. Die Inhalte liegen in einer normalen Datenbank auf einem Server, zu dem ihr den Schlüssel habt. Bei einem Dienstleisterwechsel nimmt das nächste Team das System einfach mit, denn Quellcode und Daten gehören euch.
Dem gegenüber steht die Betriebsverantwortung. Ein Strapi ohne Updates ist auf Dauer genauso ein Risiko wie ein WordPress ohne Updates, nur dass es seltener jemandem auffällt, weil das System im Hintergrund läuft. Plant deshalb von Anfang an ein, wer sich kümmert: die eigene IT, euer Hoster oder wir im Rahmen von Hosting und Wartung. Die monatlichen Kosten dafür sind überschaubar, das böse Erwachen ohne sie nicht.
Lohnt sich Strapi noch?
Ja, und die Nische, in der es stark ist, wächst. Immer mehr Firmen haben neben der Webseite einen zweiten Kanal, der Inhalte braucht: eine App, ein Portal, ein Bildschirm im Laden. Gleichzeitig achten gerade deutsche Mittelständler stärker darauf, wo ihre Daten liegen. Ein quelloffenes Headless-CMS auf eigenen Servern bedient beide Anforderungen, und Strapi ist in dieser Kategorie der bekannteste Name mit aktiver Weiterentwicklung.
Konkurrenz gibt es trotzdem. Gehostete Dienste wie Sanity nehmen euch den Betrieb ab, und jüngere Systeme wie Payload verzahnen CMS und Webseite enger, wenn ohnehin mit Next.js gebaut wird. Die Entscheidung fällt also nicht zwischen gut und schlecht, sondern zwischen Betriebsmodellen: Wer Unabhängigkeit will und den Betrieb regeln kann, fährt mit Strapi seit Jahren verlässlich. Wer beides nicht will, nimmt besser einen gehosteten Dienst.
Was Strapi stark macht

Eure Server, eure Daten
Strapi läuft dort, wo ihr es installiert: im eigenen Haus, beim deutschen Hoster oder in der Cloud. Kein Anbieter sitzt zwischen euch und euren Inhalten.

Schnittstellen frei Haus
Aus jedem Inhaltstyp erzeugt Strapi automatisch eine Schnittstelle. Was früher wochenlange Programmierung war, ist hier Konfiguration.

Ein Inhalt, viele Kanäle
Webseite, App und Portal holen sich dieselben Daten. Die Redaktion pflegt einmal, und alle Kanäle bleiben auf demselben Stand.

Keine Gebühr pro Abfrage
Die freie Fassung kostet keine Lizenz, und niemand rechnet nach Verbrauch ab. Wachsender Traffic erhöht höchstens die Serverkosten, nicht die Softwarerechnung.
Was wir mit Strapi bauen
Von den Inhaltstypen bis zum laufenden Server: das setzen wir mit Strapi um.

Webanwendungen
Portale und Anwendungen, die ihre Inhalte aus Strapi beziehen und mit eurer vorhandenen Software zusammenarbeiten.
Apps
Mobile Apps, die dieselben Inhalte zeigen wie eure Webseite, gepflegt an einer einzigen Stelle.
Hosting und Wartung
Wir betreiben euer Strapi mit Updates, Backups und Überwachung, auf einem Server, der euch gehört.





