
Was ist Shopware?
Shopware ist das bekannteste Shopsystem aus Deutschland, gebaut für Händler mit großen Sortimenten und Geschäftskunden. Woher es kommt, was es kostet und wann Shopify die einfachere Wahl ist, verständlich erklärt.
- Lesezeit
- 8 Minuten
- Autor
- Samet Akin
- Veröffentlicht
- Kategorie
- Technik erklärt
Was ist Shopware?
Shopware ist eine Software, mit der Unternehmen einen eigenen Onlineshop betreiben. Anders als bei einem gemieteten Baukasten wird die Software installiert: sie läuft auf einem Server, den ihr selbst aussucht, bei einem deutschen Hoster, im eigenen Rechenzentrum oder in der Cloud. Damit gehört euch nicht nur der Shop, sondern auch die Umgebung, in der er läuft.
Die aktuelle Generation heißt Shopware 6 und ist seit 2019 auf dem Markt. Technisch steckt dahinter PHP mit dem Framework Symfony, also ein Unterbau, den viele Entwickler kennen. Es gibt eine quelloffene Community-Fassung ohne Lizenzgebühr und kostenpflichtige Fassungen mit mehr Funktionen und Unterstützung durch den Hersteller.
Im deutschsprachigen Handel ist Shopware weit verbreitet. Das hat einen praktischen Grund: das System ist von Anfang an für den hiesigen Markt gebaut, mit Rechnungskauf, deutschen Steuersätzen und den Pflichtangaben, die der Handel hier braucht. Wer schon einmal versucht hat, ein amerikanisches System an deutsches Recht anzupassen, weiß, was das wert ist.
Wie funktioniert Shopware?
Shopware besteht aus zwei Teilen: dem Shop, den eure Kunden sehen, und der Verwaltung, in der ihr arbeitet. In der Verwaltung pflegt ihr Produkte, Preise, Bestellungen und Inhalte. Ein eingebauter Baukasten, die sogenannten Erlebniswelten, lässt euch Landingpages und Kategorieseiten aus fertigen Bausteinen zusammensetzen, ohne dass dafür jemand Code anfassen muss.
Das eigentliche Werkzeug für größere Händler ist der Rule Builder. Damit legt ihr Regeln an wie: Handwerksbetriebe sehen Staffelpreise, Endkunden nicht. Versand ins Ausland kostet ab 200 Euro nichts. Neukunden dürfen nicht auf Rechnung bestellen. Solche Regeln lassen sich kombinieren und gelten dann automatisch im ganzen Shop, vom Preis bis zur Zahlungsart.
Was Shopware nicht mitbringt, kommt über Erweiterungen aus dem hauseigenen Store oder wird individuell entwickelt. Weil der Quellcode offen liegt, gibt es dabei keine harte Grenze: eine Agentur kann tief eingreifen und auch Sonderfälle abbilden, die kein fertiges Modul abdeckt. Genau das unterscheidet ein installiertes System von einem gemieteten.
Wozu wird Shopware verwendet?
Shopware ist für den Handel gebaut, vom Endkundenshop bis zum Geschäftskundenportal. Typische Einsatzgebiete sind:
- Shops mit großen Sortimenten, vielen Varianten und tausenden Artikeln
- B2B-Verkauf mit Kundengruppen, Staffelpreisen und Preisen erst nach Anmeldung
- Shops mit Anbindung an Warenwirtschaft und Buchhaltung, damit niemand Bestände abtippt
- Händler, die eigene Regeln für Rabatte, Versand und Zahlungsarten brauchen
- Unternehmen, die ihre Daten auf eigenen Servern halten wollen oder müssen
Ein Beispiel: ein Großhändler verkauft Werkzeug an Handwerksbetriebe und Endkunden. Der Betrieb sieht nach der Anmeldung seine verhandelten Preise, der Endkunde den Listenpreis, und die Bestände kommen automatisch aus der Warenwirtschaft. Solche Anforderungen sind der Grund, warum wir bei Onlineshop-Projekten mit größeren Sortimenten meist bei Shopware landen.
Die Geschichte von Shopware
Shopware kommt nicht aus dem Silicon Valley, sondern aus Schöppingen im Münsterland. Die Firma wurde im Jahr 2000 gegründet und hat ihr Shopsystem über zwei Jahrzehnte Schritt für Schritt ausgebaut, immer nah am deutschen Handel. Mit Shopware 6 hat das Unternehmen 2019 den mutigsten Schritt gemacht und das System technisch komplett neu aufgebaut.
- Gegründet
- 2000 in Schöppingen, Nordrhein-Westfalen
- Aktuelle Generation
- Shopware 6, seit 2019
- Unterbau
- PHP mit dem Symfony-Framework
- Lizenz
- Community-Fassung quelloffen, dazu kostenpflichtige Tarife
- Verbreitung
- Eines der führenden Shopsysteme im deutschsprachigen Handel
Ein Shopsystem aus Westfalen

Gründung
In Schöppingen im Münsterland entsteht die Firma hinter Shopware. Statt Risikokapital und schnellem Wachstum steht ein Familienunternehmen dahinter, das sein Produkt am deutschen Handel ausrichtet.
2000
Was Shopware nicht kann
Shopware ist ein Werkzeug für Händler mit echten Anforderungen, und genau daraus folgen seine Schwächen. Wer sie vorher kennt, erspart sich Enttäuschungen nach dem Start:
- Es ist nicht in einer Woche fertig: Einrichtung, Design und Anbindungen brauchen ein richtiges Projekt statt eines Nachmittags
- Es betreibt sich nicht selbst: Server, Updates und Backups müssen laufend gepflegt werden, von euch oder einem Dienstleister
- Es lohnt sich nicht für zwanzig Produkte: der Aufwand für Aufbau und Betrieb steht dann in keinem Verhältnis zum Umsatz
- Ohne Pflege veraltet es: wer Updates jahrelang aufschiebt, steht irgendwann vor einem teuren Sanierungsprojekt
Keiner dieser Punkte ist ein Mangel des Systems. Sie beschreiben nur, für wen es gedacht ist: für Händler, deren Shop ein zentrales Stück des Geschäfts ist und nicht ein Nebenschauplatz.
Shopware oder Shopify?
Das ist die Frage, die sich fast jeder Händler stellt, und sie lässt sich ehrlich beantworten, weil beide Systeme unterschiedliche Fälle abdecken. Shopify ist gemietet: der Anbieter betreibt die Server, ihr zahlt monatlich und startet schnell. Shopware wird installiert: mehr Aufwand am Anfang, dafür mehr Kontrolle danach. Shopware ist die bessere Wahl, wenn:
- euer Sortiment groß ist und viele Varianten oder Kundengruppen hat
- ihr an Geschäftskunden verkauft, mit eigenen Preisen je Kunde
- eine Warenwirtschaft oder Buchhaltung fest angebunden werden soll
- der Bestellablauf von der Norm abweicht und sich das System anpassen muss, nicht ihr
- eure Daten auf Servern liegen sollen, die ihr selbst bestimmt
Umgekehrt gilt: bei einem kleinen Sortiment ohne Sonderfälle ist Shopify schneller startklar und im Alltag einfacher, und WooCommerce passt, wenn schon eine WordPress-Seite existiert. Wir empfehlen nach Sortiment und Abläufen, nicht nach Vorliebe. Ausführlicher steht das auf unserer Seite zur Shopware-Entwicklung.
Shopware aus Kundensicht
Für Auftraggeber bedeutet Shopware zuerst eine Investition. Ein ordentlicher Shop mit Design, Anbindungen und Datenübernahme ist ein Projekt über Wochen oder Monate, und danach fallen laufende Kosten für Hosting und Pflege an. Dafür entfallen die monatlichen Gebühren eines Mietsystems und die Abgaben je Verkauf, die bei wachsendem Umsatz spürbar werden. Ab einer gewissen Größe rechnet sich das eigene System schlicht.
Der zweite Punkt ist Unabhängigkeit. Weil die Community-Fassung quelloffen ist und der Shop auf eurem Server läuft, könnt ihr Hoster und Agentur wechseln, ohne den Shop zu verlieren. Es gibt in Deutschland viele Entwickler, die Shopware kennen, ihr sitzt also nicht bei einem einzigen Dienstleister fest. Das ist ein Vorteil, der erst auffällt, wenn man ihn braucht.
Lohnt sich Shopware noch?
Ja, und zwar genau dort, wo es hingehört. Der deutsche Onlinehandel braucht ein System, das Rechnungskauf, Kundengruppen und die rechtlichen Anforderungen hierzulande ernst nimmt, und Shopware füllt diese Lücke seit Jahren. Der Neubau mit Shopware 6 hat das System technisch auf einen Stand gebracht, mit dem es noch lange arbeiten kann.
Zur ehrlichen Einordnung gehört: der Markt sortiert sich. Shopify wächst im kleinen und mittleren Segment, und Shopware konzentriert sich stärker auf größere Händler und den Verkauf an Geschäftskunden. Für genau diese Zielgruppe ist es aber eine sichere Wahl: ein etabliertes System, ein Hersteller aus NRW und ein großes Netz an Agenturen, die damit arbeiten.
Was Shopware stark macht

Anbindung statt Abtippen
Warenwirtschaft und Buchhaltung lassen sich fest anbinden. Bestände, Preise und Bestellungen laufen automatisch hin und her, ohne Listen und Handarbeit.

B2B eingebaut
Kundengruppen, Staffelpreise und Preise erst nach Anmeldung gehören zum System. Der Verkauf an Geschäftskunden braucht keine Hilfskonstruktion aus Zusatzmodulen.

Eure Server, eure Daten
Der Shop läuft dort, wo ihr es entscheidet, auch bei einem deutschen Hoster. Kundendaten und Bestellungen bleiben unter eurer Kontrolle.

Für den Handel hier
Rechnungskauf, deutsche Steuersätze und Pflichtangaben sind von Anfang an mitgedacht. Das erspart die Verrenkungen, die anderswo nötig sind.
Was wir für Händler bauen
Vom neuen Shop bis zum laufenden Betrieb: das sind die Leistungen, die zu einem Shopware-Projekt gehören.

Onlineshops
Aufbau, Umzug und Erweiterung von Shops, mit Datenübernahme und Weiterleitungen, damit Google-Platzierungen erhalten bleiben.
Hosting und Wartung
Server, Updates und Backups aus einer Hand. Ein Shopsystem bleibt nur sicher, wenn es jemand laufend pflegt.
Beratung
Welches Shopsystem passt zu Sortiment und Abläufen? Wir rechnen ehrlich vor, auch wenn die Antwort nicht Shopware heißt.






