
Was ist WooCommerce?
WooCommerce macht aus einer WordPress-Seite einen Onlineshop und gehört zu den meistgenutzten Shoplösungen im Netz. Wie das funktioniert, was es kostet und wann Shopify die bessere Wahl ist, verständlich erklärt.
- Lesezeit
- 8 Minuten
- Autor
- Samet Akin
- Veröffentlicht
- Kategorie
- Technik erklärt
Was ist WooCommerce?
WooCommerce ist kein eigenständiges Shopsystem, und genau das ist der Punkt, den man verstanden haben muss. Es ist ein Plugin, also eine Erweiterung für WordPress, das verbreitetste Redaktionssystem im Netz. Ohne WordPress läuft WooCommerce nicht. Mit WordPress verwandelt es eine normale Webseite in einen Shop: Produkte, Warenkorb, Kasse, Kundenkonten und Bestellverwaltung kommen dazu, alles andere bleibt.
Die Erweiterung ist quelloffen und kostet nichts. Technisch steht sie auf demselben Fundament wie WordPress selbst: PHP als Sprache, MySQL als Datenbank. Produkte und Bestellungen liegen in derselben Datenbank wie Seiten und Beiträge, und bedient wird alles in derselben Verwaltung. Wer eine Stellenanzeige in WordPress ändern kann, kann auch einen Preis in WooCommerce ändern.
Weil WordPress auf einem großen Teil aller Webseiten läuft, ist auch WooCommerce enorm verbreitet und gehört nach Installationen zu den meistgenutzten Shoplösungen überhaupt. Das heißt nicht, dass es für jeden passt. Es heißt, dass es für einen sehr häufigen Fall passt: eine bestehende Webseite, die zusätzlich verkaufen soll.
Wie funktioniert WooCommerce?
Nach der Installation tauchen in der WordPress-Verwaltung neue Bereiche auf: Produkte, Bestellungen, Berichte, Einstellungen. Ihr legt Produkte an wie sonst Seiten, mit Bildern, Beschreibung, Preis und Lagerbestand. WooCommerce erzeugt daraus Produktseiten, eine Kategorieübersicht, den Warenkorb und die Kasse. Zahlungsarten und Versandregeln werden in den Einstellungen eingerichtet.
Was der Kern nicht kann, ergänzen weitere Plugins: bestimmte Zahlungsdienstleister, Anbindungen an Versandanbieter, Buchungen, Abos, rechtliche Anpassungen für den deutschen Markt. Dieses Baukastenprinzip ist Stärke und Schwäche zugleich. Es gibt für fast alles eine Erweiterung, aber jede weitere ist ein Stück Software, das gepflegt werden muss und mit den anderen zusammenspielen soll. Ein guter WooCommerce-Shop erkennt man daran, dass er mit wenigen Plugins auskommt.
Ein Punkt verdient besondere Ehrlichkeit: die Geschwindigkeit. Ein Shop rechnet bei jedem Aufruf mehr als eine Webseite, weil Warenkorb und Preise für jeden Besucher einzeln entstehen und sich nicht zwischenspeichern lassen. Auf billigem Hosting mit vielen Plugins wird ein WooCommerce-Shop deshalb spürbar träge. Passendes Hosting und regelmäßige Pflege sind hier keine Kür, sondern Voraussetzung.
Wozu wird WooCommerce verwendet?
Die Stärke von WooCommerce liegt dort, wo Inhalte und Verkauf zusammengehören. Typische Einsatzgebiete sind:
- Bestehende WordPress-Seiten, die zusätzlich verkaufen sollen, ohne Neuaufbau
- Kleine bis mittlere Sortimente, vom Hofladen bis zum Fachverlag
- Seiten, bei denen Ratgeber und Blog wichtiger sind als der Katalog und der Shop dazukommt
- Buchbare Angebote wie Seminare, Kurse oder Termine mit Plätzen und Preisen
- Digitale Produkte wie Downloads, PDFs oder Mitgliedschaften
So setzen wir es auch ein: als Aufsatz auf eine vorhandene WordPress-Seite statt als zweites System daneben. Ein Bildungsträger, der seine Seminare schon auf der Webseite beschreibt, bekommt Termine, Plätze und Onlinebuchung in die bestehende Seite eingebaut. Für zwei Dutzend Angebote wäre ein eigenes Shopsystem daneben schlicht zu viel, mehr dazu auf unserer Seite zu Onlineshops.
Die Geschichte von WooCommerce
WooCommerce entstand 2011 bei WooThemes, einem Anbieter von WordPress-Themes, als Abspaltung einer bestehenden Shop-Erweiterung. Die Idee war einfach: WordPress konnte damals alles außer verkaufen, und diese Lücke wollte jemand füllen. Der Plan ging auf, und zwar so gut, dass 2015 Automattic zugriff, die Firma hinter WordPress.com. Seitdem wird WooCommerce vom selben Umfeld weiterentwickelt, das auch WordPress trägt.
- Erschienen
- 2011, entwickelt bei WooThemes
- Übernommen
- 2015 von Automattic, der Firma hinter WordPress.com
- Lizenz
- Quelloffen und kostenlos, wie WordPress selbst
- Art
- Erweiterung für WordPress, kein eigenständiges System
- Verbreitung
- Nach Installationen eine der meistgenutzten Shoplösungen
Vom Nebenprodukt zum Standard

Start bei WooThemes
Der Theme-Anbieter WooThemes veröffentlicht WooCommerce als eigene Shop-Erweiterung für WordPress. Die Nachfrage ist von Anfang an groß, denn Millionen WordPress-Seiten warten auf genau so eine Lösung.
2011
Was WooCommerce nicht kann
WooCommerce erbt die Eigenschaften von WordPress, die guten wie die anstrengenden. Wer einen Shop damit plant, sollte diese Grenzen kennen:
- Es skaliert nicht endlos: bei tausenden Artikeln, vielen Varianten oder B2B-Preisen je Kundengruppe arbeitet man gegen das System
- Es pflegt sich nicht selbst: WordPress, WooCommerce und jedes Plugin brauchen laufend Updates, sonst wird der Shop zum Sicherheitsrisiko
- Es hängt am Hosting: auf schwachen Servern wird die Kasse langsam, und langsame Kassen kosten Bestellungen
- Rechtliches kommt nicht von allein: Pflichtangaben für den deutschen Handel müssen über Erweiterungen und Sorgfalt ergänzt werden
Nichts davon spricht gegen WooCommerce im passenden Rahmen. Es spricht dagegen, einen wachsenden Großhandel auf einem Blog-System zu betreiben und sich zu wundern.
WooCommerce oder Shopify?
Beide zielen auf kleine und mittlere Sortimente, deshalb ist das der Vergleich, der wirklich gegoogelt wird. Der Kernunterschied: WooCommerce ist kostenlos, läuft aber auf eurem Hosting und in eurer Verantwortung. Shopify ist gemietet, der Anbieter betreibt alles, dafür zahlt ihr monatlich und je Verkauf. WooCommerce ist die bessere Wahl, wenn:
- ihr schon eine WordPress-Seite habt und der Shop dort hineingehört
- Inhalte, Blog und Suchmaschinenauftritt das Fundament sind und der Verkauf dazukommt
- ihr volle Kontrolle über Daten, Hosting und jedes Detail des Shops wollt
- laufende Gebühren je Verkauf nicht zu eurem Modell passen, etwa bei kleinen Margen
Shopify gewinnt, wenn niemand Updates und Server betreuen will und der Shop das Hauptgeschäft ist. Und ab tausenden Artikeln mit Kundengruppen und Warenwirtschaft führt der Weg ohnehin zu Shopware oder einer eigenen Lösung. Die Systemfrage beantworten wir vor jedem Projekt neu, nach Sortiment und Team, nicht nach Gewohnheit.
WooCommerce aus Kundensicht
Für Auftraggeber ist die Rechnung anders als bei einem Mietsystem. Die Software kostet nichts, bezahlt werden Einrichtung, Hosting, einzelne Zusatzmodule und vor allem die laufende Pflege. Diese Pflege ist der Posten, den viele unterschätzen: ein Shop, der Zahlungen abwickelt und Kundendaten speichert, darf nicht monatelang ohne Updates laufen. Wer das einrechnet, bekommt mit WooCommerce einen Shop ohne monatliche Systemmiete und ohne Abgaben je Verkauf.
Dafür gibt es ein Stück Unabhängigkeit, das im Handel selten ist. Der Shop läuft auf eurem Hosting, die Daten liegen in eurer Datenbank, und die Software ist quelloffen. Kein Anbieter kann Preise erhöhen oder Funktionen streichen, und für WordPress finden sich überall Dienstleister, die weitermachen können. Beim Wechsel des Dienstleisters ist das bares Geld wert.
Lohnt sich WooCommerce noch?
Solange WordPress einen so großen Teil des Netzes trägt, bleibt WooCommerce gesetzt, denn es ist der eingebaute Weg, mit WordPress zu verkaufen. Hinter der Erweiterung steht mit Automattic dieselbe Firma, die WordPress.com betreibt, die Entwicklung läuft stetig weiter, und das Umfeld aus Plugins und Dienstleistern ist riesig. Ein Abkündigungsrisiko sieht anders aus.
Die ehrliche Einordnung: der Druck durch Mietsysteme wächst. Wer heute bei null anfängt und keine WordPress-Seite hat, startet mit Shopify oft schneller und sorgenfreier. WooCommerce lohnt sich vor allem in seinem Heimspiel: eine gepflegte WordPress-Seite, ein überschaubares Sortiment und der Wunsch, alles in einer Hand zu behalten. In diesem Rahmen ist es seit über einem Jahrzehnt eine verlässliche Wahl, mehr dazu auf unserer Seite zur WooCommerce-Entwicklung.
Was WooCommerce stark macht

In WordPress zu Hause
Shop und Webseite werden in derselben Oberfläche gepflegt. Wer Seiten bearbeiten kann, kann auch Produkte und Preise ändern, ohne neues System zu lernen.

Quelloffen und lizenzfrei
Die Erweiterung kostet nichts und der Code liegt offen. Keine Systemmiete, keine Gebühr je Verkauf, kein Anbieter, der die Regeln ändert.

Inhalte verkaufen mit
Ratgeber, Blog und Produktseiten leben im selben System und verlinken sich gegenseitig. Für die Sichtbarkeit bei Google ist diese Verbindung viel wert.

Eure Daten, euer Hosting
Bestellungen und Kundendaten liegen in eurer Datenbank auf einem Server eurer Wahl. Beim Anbieter- oder Dienstleisterwechsel nehmt ihr alles mit.
Was wir mit WooCommerce bauen
Vom Shop in der bestehenden Seite bis zum laufenden Betrieb: diese Leistungen gehören bei uns zu einem WooCommerce-Projekt.

Onlineshops
Wir bauen den Shop in eure bestehende WordPress-Seite ein, mit Zahlung, Versand und sauber eingerichteten Pflichtangaben.
Webseiten
Wenn die WordPress-Seite selbst in die Jahre gekommen ist, erneuern wir erst das Fundament. Ein Shop auf wackliger Basis wird kein guter Shop.
Hosting und Wartung
Updates für WordPress, WooCommerce und Plugins, dazu Backups und Ladezeitmessung. Genau die Pflege, an der WooCommerce-Shops sonst scheitern.





