
Was ist AWS?
AWS ist die Cloud von Amazon und die älteste und größte der drei großen Plattformen. Woher sie kommt, wie sie abrechnet und wann Azure die bessere Wahl ist, verständlich erklärt.
- Lesezeit
- 9 Minuten
- Autor
- Samet Akin
- Veröffentlicht
- Kategorie
- Technik erklärt
Was ist AWS?
AWS ist das Angebot von Amazon, die Bausteine seiner eigenen Technik an andere Unternehmen zu vermieten. Statt Server zu kaufen und im eigenen Haus zu betreiben, mietet ihr Rechenleistung und Speicher in einem Rechenzentrum von Amazon und zahlt nur für das, was tatsächlich läuft. Ein Server für eine Stunde, Speicher für ein Gigabyte, eine Datenbankabfrage: alles hat seinen Preis und wird einzeln abgerechnet.
Das Besondere an AWS ist die Breite des Angebots. Es gibt gemietete Server für alles, was ihr selbst verwalten wollt, fertige Datenbanken, Speicher für Sicherungen, Dienste für E-Mail-Versand, Videoverarbeitung oder KI. Diese Breite ist Vorteil und Nachteil zugleich: Für fast jede Aufgabe existiert ein erprobter Baustein, aber die Auswahl ist unübersichtlich, und ohne Aufsicht ist die Rechnung schwer vorherzusagen.
Im Vergleich der drei großen Anbieter ist AWS der neutrale: Es fehlt die enge Verbindung zur Microsoft-Welt, die Azure auszeichnet, und der Datenfokus von Google Cloud. Dafür kennen die meisten Entwickler die Plattform, was die Suche nach Unterstützung leichter macht. Wer keine Microsoft- oder Google-Vorgeschichte im Haus hat, landet deshalb meistens hier.
- Abrechnung
- Nach Verbrauch, jeder Dienst einzeln
- Rechenzentren in Deutschland
- Frankfurt am Main
- Stärken
- Größte Auswahl an Diensten, stark schwankende Last
- Passt besonders zu
- Anwendungen ohne Bindung an Microsoft oder Google
- Marktposition
- Größter Cloud-Anbieter, vor Azure und Google Cloud
Wie funktioniert AWS?
AWS betreibt Rechenzentren in Regionen auf der ganzen Welt, die deutsche Region steht in Frankfurt. Jede Region besteht aus mehreren getrennten Standorten, damit ein Ausfall an einem Ort nicht die ganze Anwendung mitreißt. Verwaltet wird alles über eine Web-Oberfläche oder über Schnittstellen, mit denen sich die komplette Umgebung als Code beschreiben und automatisch aufbauen lässt.
Die beiden ältesten Dienste zeigen das Prinzip. S3 ist ein Speicher für Dateien jeder Art, von der Sicherung bis zum Produktbild, der praktisch unbegrenzt wächst. EC2 vermietet virtuelle Server in jeder Größe, vom kleinen Testrechner bis zur Maschine mit Hunderten Gigabyte Arbeitsspeicher. Darauf aufbauend gibt es verwaltete Dienste, bei denen sich Amazon um den Unterbau kümmert: Datenbanken, die sich selbst sichern, oder Funktionen, die nur laufen und kosten, wenn jemand sie aufruft.
Die Paradedisziplin von AWS ist Last, die schwankt. Ein Onlineshop mit ruhigen elf Monaten und einem starken Weihnachtsgeschäft betreibt an normalen Tagen zwei Server und an Spitzentagen zwanzig, gesteuert nach Auslastung. Unterm Strich kostet das weniger als Hardware, die für den stärksten Tag des Jahres gekauft wurde und die restliche Zeit Strom verbraucht.
Wozu wird AWS verwendet?
AWS trägt heute einen erheblichen Teil des Internets, oft ohne dass man es sieht: Hinter vielen Apps, Shops und Streaming-Diensten steckt ein Rechenzentrum von Amazon. Typische Einsatzgebiete sind:
- Webanwendungen und Portale, die zuverlässig erreichbar sein müssen
- Onlineshops mit Saisongeschäft, deren Last stark schwankt
- Datenspeicher und Sicherungen, die außerhalb des eigenen Hauses liegen sollen
- Schnittstellen und Hintergrunddienste, die mehrere Systeme verbinden
- Testumgebungen, die nur laufen, solange sie gebraucht werden
Wir betreiben Kundenanwendungen auf AWS und kümmern uns dabei vor allem um das, was auf der Plattform am meisten Geld spart: Ordnung. Budgets und Warnungen von Anfang an, jede Ressource einem Projekt zugeordnet, ungenutzte Dienste abgeschaltet, bevor sie auf der Rechnung stehen. Was wir dabei übernehmen, steht auf unserer Seite zur AWS-Betreuung.
Die Geschichte von AWS
AWS entstand aus einer internen Erkenntnis. Amazon hatte für den eigenen Handel gelernt, Rechenzentren, Speicher und Server in großem Stil zu betreiben, und stellte fest, dass genau diese Bausteine auch anderen fehlen. 2006 öffnete das Unternehmen sie als Mietangebot, zuerst den Speicherdienst S3, wenige Monate später die Serververmietung EC2. Damit war AWS Jahre vor Microsoft und Google am Markt, und dieser Vorsprung prägt die Größenverhältnisse bis heute.
- Erschienen
- 2006, zuerst mit dem Speicherdienst S3
- Betrieben von
- Amazon
- Deutsche Region
- Frankfurt, eröffnet 2014
- Vorsprung
- Jahre vor Azure und Google Cloud am Markt
Vom Buchhändler zum Cloud-Betreiber

Der Start
Amazon vermietet erstmals Speicher und Server an andere Unternehmen. Was als Nebengeschäft eines Onlinehändlers beginnt, definiert eine neue Branche.
2006
Was AWS nicht kann
Die Größe von AWS ist zugleich seine ehrlichste Schwäche. Wer die Plattform zum ersten Mal öffnet, steht vor Hunderten Diensten mit kryptischen Namen, und der Weg zur passenden Auswahl ist ohne Erfahrung lang. Ein paar Grenzen sollte man kennen, bevor man sich entscheidet:
- Die Auswahl ist unübersichtlich: ohne Erfahrung entstehen leicht Umgebungen, die zu teuer oder zu kompliziert geraten
- Die Rechnung braucht Aufsicht, denn vergessene Testserver und alte Sicherungen kosten still weiter
- Für eine einfache Webseite oder einen kleinen Shop ist AWS zu viel: normales Hosting kostet einen Bruchteil
- Amazon ist ein US-Unternehmen, und je nach Branche bleibt das eine Frage, die ihr für euch beantworten müsst
Nichts davon ist ein Ausschlusskriterium. Es sind die Punkte, an denen sich entscheidet, ob die Plattform gut betreut wird oder nur benutzt.
AWS oder Azure?
Die häufigste Vergleichsfrage im Mittelstand, und sie hat eine ungewöhnlich klare Antwort: Es kommt darauf an, was bei euch schon im Haus ist. Beide Plattformen beherrschen die Grundlagen gleichermaßen, die Unterschiede liegen im Umfeld.
- Euer Unternehmen arbeitet mit Microsoft 365: Azure, weil Anmeldung und Benutzerverwaltung dann schon dort liegen
- Ein Windows-Server oder SQL Server soll aus dem Haus in die Cloud: Azure, der Umzug ist dort am kürzesten
- Ihr baut eine neue Anwendung ohne Microsoft-Bindung: AWS, wegen der Auswahl und der vielen Entwickler, die die Plattform kennen
- Die Last schwankt stark, etwa im Saisongeschäft: beide können das gut, AWS hat die längste Erfahrung damit
- Vorhandene Microsoft-Lizenzen sollen weiter genutzt werden: Azure, dort lassen sie sich unter Bedingungen anrechnen
Kurz gesagt: Mit Microsoft im Haus spricht vieles für Azure, ohne diese Bindung ist AWS die Wahl mit den wenigsten Einschränkungen. Und wenn Datenauswertung euer Kernthema ist, gehört Google Cloud mit auf die Liste.
AWS aus Kundensicht
Für Auftraggeber verwandelt AWS Anschaffungskosten in laufende Kosten. Es gibt keine Hardware mehr, die alle fünf Jahre ersetzt werden muss, dafür eine monatliche Rechnung, die mit der Nutzung atmet. Das ist planbar, wenn jemand hinschaut, und tückisch, wenn niemand es tut: Der häufigste Grund für zu hohe Cloud-Rechnungen sind Dienste, die längst niemand mehr braucht und die trotzdem weiterlaufen.
Die zweite Frage ist die Bindung an den Anbieter. Wer auf gemietete Server, Container und gängige Datenbanken setzt, bleibt beweglich und kann später umziehen. Wer tief auf Dienste baut, die es nur bei AWS gibt, spart erst Aufwand und zahlt beim Wechsel. Beides kann richtig sein, es sollte nur eine bewusste Entscheidung sein und keine, die nebenbei passiert. Bei personenbezogenen Daten gehört außerdem ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung dazu, und der laufende Betrieb sollte geregelt sein, etwa über Hosting und Wartung.
Ist AWS die Zukunft?
AWS ist weniger die Zukunft als die Gegenwart der Branche: Der Anbieter definiert seit fast zwei Jahrzehnten, was Cloud bedeutet, und die anderen messen sich an ihm. Amazon investiert weiter in Rechenzentren und neue Dienste, zuletzt deutlich in KI. Dass die Plattform verschwindet oder bedeutungslos wird, ist kein realistisches Szenario.
Realistisch ist eher, dass der Abstand zu den Verfolgern kleiner wird. Azure wächst über die Microsoft-Bindung im Unternehmensmarkt, Google Cloud über Daten und KI, und dazu kommen europäische Anbieter für alle, die keinen US-Konzern wollen. Für euch als Auftraggeber ist das eine gute Nachricht: Wettbewerb hält die Preise im Rahmen, und wer seine Anwendung beweglich baut, kann davon profitieren, statt gebunden zu sein.
Was AWS stark macht

Ein Baustein für alles
Server, Speicher, Datenbanken, Versand, KI: Für fast jede Aufgabe gibt es einen fertigen Dienst, der seit Jahren im Einsatz ist.

Atmet mit der Last
Zwei Server an ruhigen Tagen, zwanzig im Weihnachtsgeschäft. Die Umgebung skaliert nach Auslastung, bezahlt wird nur, was läuft.

Ausfälle eingeplant
Jede Region besteht aus mehreren getrennten Standorten. Fällt einer aus, übernimmt der nächste, ohne dass die Anwendung stehen bleibt.

Erfahrung im Markt
Seit 2006 am Markt und von den meisten Entwicklern gut gekannt. Wer Unterstützung sucht, findet sie hier am leichtesten.
Was wir für euch übernehmen
Wir richten AWS ein, räumen bestehende Umgebungen auf und halten die Kosten im Blick.

Hosting und Wartung
Wir betreiben eure Anwendungen auf AWS, mit Updates, Sicherungen und Budget-Warnungen von Anfang an.
Onlineshops
Shops mit Saisongeschäft, die an Spitzentagen mitwachsen, statt unter der Last einzuknicken.
Cloud-Lösungen
Beratung, Umzug und Aufräumen: Wir sagen euch auch, wenn AWS für euren Fall zu viel ist.






