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Darstellung einer Wolke, die mit mehreren Servern verbunden ist

Was ist Google Cloud?

Google Cloud ist die Cloud-Plattform von Google: Rechner, Speicher und Datenauswertung zum Mieten. Woher sie kommt, was sie besonders gut kann und wann AWS die bessere Wahl ist, verständlich erklärt.

Lesezeit
9 Minuten
Autor
Samet Akin
Veröffentlicht

Was ist Google Cloud?

Google Cloud ist das Angebot von Google, seine eigene Infrastruktur an andere zu vermieten. Statt einen Server zu kaufen, in den Technikraum zu stellen und selbst zu pflegen, mietet ihr Rechenleistung, Speicherplatz und Datenbanken in einem Rechenzentrum von Google. Abgerechnet wird nach Verbrauch: Was ihr nicht nutzt, kostet nichts, und bei gemieteten Servern wird sekundengenau gezählt.

Das Angebot reicht von einzelnen virtuellen Maschinen bis zu fertigen Diensten, bei denen sich niemand mehr um den Server darunter kümmert. Bekannt ist Google Cloud vor allem für zwei Dinge: BigQuery, ein Dienst, der sehr große Datenmengen auswertet, ohne dass jemand dafür eine Datenbank betreiben muss, und Kubernetes, das Werkzeug, mit dem heute die meisten Container verwaltet werden und das von Google stammt. Mehr zu Containern steht in unserem Artikel Was ist Docker?.

Im Markt der großen Cloud-Anbieter ist Google Cloud die Nummer drei, hinter AWS von Amazon und Azure von Microsoft. Das klingt nach Nachteil, ist aber vor allem eine Frage der Passung: Wer im Haus schon Google Workspace nutzt, also Gmail, Kalender und Google Docs für Unternehmen, findet in Google Cloud die Anmeldung und Benutzerverwaltung wieder, die es dort ohnehin schon gibt.

Abrechnung
Nach Verbrauch, bei Servern sekundengenau
Rechenzentren in Deutschland
Frankfurt und Berlin
Stärken
Datenauswertung mit BigQuery, Container mit Kubernetes
Passt besonders zu
Unternehmen, die schon Google Workspace nutzen
Marktposition
Nummer drei hinter AWS und Microsoft Azure

Wie funktioniert Google Cloud?

Google betreibt Rechenzentren auf der ganzen Welt, zusammengefasst in Regionen. Bei der Einrichtung legt ihr fest, in welcher Region eure Daten und Anwendungen liegen, in Deutschland stehen Frankfurt und Berlin zur Auswahl. Verwaltet wird alles über eine Web-Oberfläche, die Konsole: Dort startet man Server, legt Datenbanken an, vergibt Zugriffsrechte und sieht die laufenden Kosten.

Die Dienste gibt es in zwei Geschmacksrichtungen. Bei der ersten mietet ihr einen virtuellen Server und macht darauf, was ihr wollt, seid dafür aber auch für Updates und Wartung zuständig. Bei der zweiten übernimmt Google den Unterbau komplett: Ihr gebt nur die Anwendung oder die Daten hinein, und die Plattform kümmert sich um Betrieb, Ausfallsicherheit und das Mitwachsen bei mehr Last. Für die meisten Unternehmen ist die zweite Variante die entspanntere, weil niemand nachts an Server denken muss.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt ein Handelsunternehmen mit Zahlen in drei Systemen: Kasse, Onlineshop und Warenwirtschaft. Statt dass jemand die Verkaufszahlen von Hand in eine Tabelle zusammenträgt, fließen die Daten nachts in BigQuery zusammen, und am Morgen steht die fertige Auswertung bereit. Ein eigener Server ist dafür nicht nötig, die Kosten hängen an der Menge der ausgewerteten Daten.

Wozu wird Google Cloud verwendet?

Google Cloud kommt überall dort zum Einsatz, wo Anwendungen und Daten nicht mehr auf eigener Hardware liegen sollen. Typische Einsatzgebiete sind:

  • Webanwendungen und Kundenportale, die je nach Besucherzahl mitwachsen sollen
  • Auswertung großer Datenmengen mit BigQuery, etwa Verkaufszahlen aus mehreren Systemen
  • Anwendungen in Containern, verwaltet mit Kubernetes
  • KI-Funktionen wie Texterkennung, Übersetzung oder Chatbots über fertige Schnittstellen
  • Speicher für Sicherungen und Archive, die nicht im eigenen Haus liegen sollen

Wir richten Google Cloud für Kunden ein und ziehen bestehende Anwendungen dorthin um. Jeder Umzug wird bei uns mit einem Rückweg geplant: Läuft etwas nicht wie erwartet, geht es zurück auf den alten Stand, und der Betrieb steht nicht still. Was wir dabei genau übernehmen, steht auf unserer Seite zur Google-Cloud-Betreuung.

Die Geschichte von Google Cloud

Google hat seine Rechenzentren ursprünglich für den Eigenbedarf gebaut, für die Suche, für Gmail, später für YouTube. 2008 öffnete das Unternehmen diese Infrastruktur zum ersten Mal für andere: Entwickler konnten eigene Anwendungen auf Googles Technik laufen lassen. Ab 2011 lief das wachsende Angebot unter dem Namen Google Cloud Platform, und aus dem Nebenprojekt wurde ein eigenes Geschäftsfeld, das heute zu den drei großen der Branche zählt.

Erschienen
2008, zunächst als Plattform für Entwickler
Betrieben von
Google
Eigener Name
Seit 2011 Google Cloud Platform
Beitrag zur Branche
Kubernetes, 2014 von Google freigegeben

Vom Eigenbedarf zur Plattform

Gang zwischen Serverschränken in einem Rechenzentrum

Die Öffnung

Google lässt erstmals fremde Anwendungen auf der eigenen Infrastruktur laufen. Was für Suche und Gmail gebaut wurde, steht nun auch anderen offen.

2008

Was Google Cloud nicht kann

Zur ehrlichen Antwort gehört, wofür Google Cloud nicht gedacht ist. Eine Cloud-Plattform ist kein besseres Webhosting, sondern ein Werkzeugkasten für Anwendungen mit echten Anforderungen. Wer nur eine Firmenwebseite betreibt, zahlt hier für Möglichkeiten, die er nie nutzt.

  • Für eine normale Webseite oder einen kleinen Shop ist die Plattform zu groß: normales Hosting kostet weniger und macht weniger Arbeit
  • Ohne Aufsicht sind die Kosten schwer vorherzusagen, denn abgerechnet wird alles, was läuft, auch das Vergessene
  • Google ist ein US-Unternehmen, und je nach Branche bleibt das eine Frage, die ihr für euch beantworten müsst
  • Weniger Entwickler kennen die Plattform im Detail als bei AWS, was die Suche nach Unterstützung schwerer machen kann

Keiner dieser Punkte spricht grundsätzlich gegen Google Cloud. Sie zeigen nur, dass die Entscheidung von eurer Situation abhängt und nicht vom Namen auf dem Rechenzentrum.

Google Cloud oder AWS?

Der häufigste Vergleich in der Praxis. Beide Plattformen können im Kern dasselbe: Server, Speicher, Datenbanken, Container. Die Unterschiede liegen in der Umgebung, in die sie sich einfügen, und in den Spezialitäten. Eine Orientierung:

  • Ihr nutzt Google Workspace im Haus: Google Cloud, weil Anmeldung und Benutzerverwaltung schon dort liegen
  • Ihr wollt vor allem Daten aus mehreren Systemen auswerten: Google Cloud, wegen BigQuery
  • Ihr braucht für eine ausgefallene Aufgabe einen fertigen Dienst: eher AWS, dort ist die Auswahl am größten
  • Eure Last schwankt stark, etwa im Saisongeschäft: beide können das, AWS hat hier die längste Erfahrung
  • Ihr arbeitet mit Containern und Kubernetes: Google Cloud, das Werkzeug stammt von dort

Wichtig ist: Es gibt kein falsches Lager, nur unpassende Zuordnungen. Läuft euer Haus dagegen komplett auf Microsoft 365, führt der Weg meist zu Azure, weil dort die gemeinsame Anmeldung geschenkt ist. Den ausführlichen Blick auf den Marktführer gibt es in unserem Artikel Was ist AWS?.

Google Cloud aus Kundensicht

Für Auftraggeber verschiebt die Cloud vor allem die Art der Kosten. Statt einmal Hardware zu kaufen und sie fünf Jahre abzuschreiben, zahlt ihr monatlich nach Verbrauch. Das ist bei schwankender Last ein Vorteil und bei konstant hoher Last manchmal keiner, deshalb gehört vor die Entscheidung eine ehrliche Rechnung. Dazu kommt der Wartungsaufwand, der sich verlagert: Um Hardware, Strom und defekte Festplatten kümmert sich Google, um Konfiguration, Zugriffsrechte und Kostenkontrolle muss sich weiterhin jemand kümmern.

Die zweite Frage ist die Abhängigkeit. Wer nur gemietete Server und gängige Datenbanken nutzt, kann jederzeit zu einem anderen Anbieter umziehen. Wer dagegen tief auf Dienste setzt, die es nur bei Google gibt, macht einen späteren Wechsel teuer. Ein guter Dienstleister sagt euch vor jedem dieser Schritte, was er im Fall eines Wechsels kosten würde, und bei personenbezogenen Daten gehört ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit Google dazu. Wie wir solche Projekte angehen, steht auf unserer Seite zu Cloud-Lösungen.

Lohnt sich Google Cloud?

Als Plattform ist Google Cloud etabliert und wird es bleiben. Google investiert seit Jahren erkennbar in den Ausbau, gerade bei Rechenzentren in Europa und bei KI-Diensten, und der Rückstand auf die beiden Größeren schrumpft eher, als dass er wächst. Wer sich heute für die Plattform entscheidet, setzt nicht auf ein Auslaufmodell.

Ob sie sich für euch lohnt, ist die eigentliche Frage, und die hängt an zwei Dingen: an eurer vorhandenen Umgebung und an eurem Verhältnis zu Daten. Mit Google Workspace im Haus und dem Wunsch, Zahlen aus mehreren Systemen an einer Stelle auszuwerten, ist Google Cloud ein sehr guter Kandidat. Ohne beides lohnt der nüchterne Vergleich mit AWS und Azure, und für eine einfache Webseite lohnt keine der drei, da reicht Hosting.

Was Google Cloud stark macht

Bildschirm mit einer Tabellenansicht voller Datensätze

Daten an einer Stelle

BigQuery wertet Zahlen aus Kasse, Shop und Warenwirtschaft gemeinsam aus. Ohne eigenen Server und ohne dass jemand eine Datenbank pflegt.

Bildschirm mit einem Ablaufdiagramm aus verbundenen Knoten

Zuhause der Container

Kubernetes stammt von Google und läuft hier besonders rund. Wer mit Containern arbeitet, bekommt die Verwaltung als fertigen Dienst.

Wolkensymbol, umgeben von unterschiedlich hohen Balken

Wächst mit der Last

Mehr Besucher, mehr Rechenleistung, weniger Besucher, weniger Kosten. Die Plattform passt sich an, statt dass ihr für den Spitzentag Hardware kauft.

Serverschrank mit blau leuchtenden Laufwerken

Erprobte Infrastruktur

Eure Anwendungen laufen auf derselben Technik wie die Google-Suche und YouTube. In Deutschland stehen dafür Rechenzentren in Frankfurt und Berlin.

Wobei wir euch unterstützen

Von der ehrlichen Beratung, ob sich die Cloud für euch rechnet, bis zum laufenden Betrieb.

  • Schaubild mit einem Server, einer Wolke und Pfeilen dazwischen

    Cloud-Lösungen

    Wir prüfen, was in die Cloud gehört und was nicht, und ziehen Anwendungen mit geplantem Rückweg um.
  • Serverschrank mit blau leuchtenden Geräten

    Hosting und Wartung

    Wir betreiben eure Umgebung, spielen Updates ein und behalten Kosten und Sicherheit im Blick.
  • Bildschirm mit einem Dashboard voller Diagramme und Kennzahlen

    Webanwendungen

    Portale und interne Werkzeuge, die auf Google Cloud laufen und mit eurem Unternehmen mitwachsen.

Häufige Fragen

Ist Google Cloud dasselbe wie Google Drive?

Nein. Google Drive ist ein Dateispeicher für Privatleute und Teams, in dem Dokumente und Fotos liegen. Google Cloud ist eine Plattform für Unternehmen, auf der ganze Anwendungen, Datenbanken und Server laufen. Die beiden teilen sich den Namen, richten sich aber an völlig verschiedene Nutzer.

Was ist der Unterschied zwischen Google Cloud und Google Workspace?

Google Workspace sind die Büro-Werkzeuge: Gmail, Kalender, Docs und Meet für Unternehmen. Google Cloud ist die Infrastruktur darunter, auf der eigene Anwendungen und Datenbanken laufen. Praktisch ist die Verbindung: Wer Workspace nutzt, hat die Benutzerverwaltung schon, und Anwendungen in Google Cloud können dieselbe Anmeldung verwenden.

Was ist BigQuery?

BigQuery ist der Datenauswertungsdienst von Google Cloud. Ihr ladet große Datenmengen hinein, etwa Verkaufszahlen aus mehreren Jahren, und stellt Fragen dazu in der Datenbanksprache SQL. Das Besondere: Niemand muss dafür einen Server betreiben oder eine Datenbank pflegen, bezahlt wird nach der Menge der ausgewerteten Daten.

Wer nutzt Google Cloud?

Neben Google selbst zum Beispiel Spotify, das seine Technik dorthin verlagert hat, und viele Unternehmen, bei denen Datenauswertung im Mittelpunkt steht. In Deutschland ist die Plattform vor allem dort verbreitet, wo Google Workspace im Einsatz ist oder mit Kubernetes gearbeitet wird.

Gibt es Google Cloud kostenlos?

Zum Ausprobieren ja. Es gibt ein dauerhaft kostenloses Kontingent für kleine Dienste und ein Startguthaben für Neukunden. Für den echten Betrieb fallen Kosten nach Verbrauch an, und genau deshalb gehören von Anfang an Budgets und Warnungen eingerichtet, damit die erste Rechnung keine Überraschung wird.

Muss ich programmieren können, um Google Cloud zu nutzen?

Für die Einrichtung und den Betrieb braucht es technisches Wissen, das ist ehrlich gesagt nichts für nebenbei. Als Auftraggeber müsst ihr das aber nicht selbst können: Ein Dienstleister richtet die Umgebung ein, und ihr arbeitet mit den fertigen Anwendungen und Auswertungen, die darauf laufen.

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