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Akinware
Editor mit geöffnetem Projekt und Dateibaum

Was ist Python?

Python ist die Programmiersprache hinter Automatisierungen, Datenauswertungen und den meisten KI-Werkzeugen. Warum sie sich fast wie Englisch liest und wo ihre Grenzen liegen, verständlich erklärt.

Lesezeit
9 Minuten
Autor
Samet Akin
Veröffentlicht

Was ist Python?

Python ist eine Programmiersprache, deren auffälligstes Merkmal die Lesbarkeit ist. Der Code kommt ohne viele Klammern und Sonderzeichen aus, die Einrückung gibt die Struktur vor, und die Befehle heißen so, wie man es auf Englisch sagen würde. Auch wer nicht täglich programmiert, erkennt in einem Python-Skript meist, was passiert. Das war von Anfang an Absicht: Die Sprache wurde für Menschen entworfen, die Probleme lösen wollen, nicht für Maschinen.

Diese Zugänglichkeit hat Python zwei Karrieren beschert. In der Wissenschaft und Datenanalyse wurde es zur Standardsprache, weil Forscher und Analysten damit arbeiten können, ohne erst Informatiker zu werden. Und im Betriebsalltag ist es das Werkzeug für alles, was regelmäßig von Hand passiert und nicht müsste: Dateien einlesen, Listen zusammenführen, Berichte erzeugen.

So sieht das im Alltag aus. Ein Skript liest eine Preisliste ein und bringt die Werte in eine einheitliche Form:

import csv

with open("preisliste.csv", newline="") as datei:
    for zeile in csv.DictReader(datei, delimiter=";"):
        artikel = zeile["Artikelnummer"].strip()
        preis = float(zeile["Preis"].replace(",", "."))
        aktualisiere_warenwirtschaft(artikel, preis)

Wie funktioniert Python?

Python-Code braucht keinen Übersetzungsschritt vor dem Start. Ein Programm, der Interpreter, liest das Skript und führt es direkt aus, Zeile für Zeile. Das macht die Arbeit angenehm kurz angebunden: Skript schreiben, starten, Ergebnis sehen. Auf fast jedem Linux-Server ist der Interpreter schon vorhanden, ein Python-Skript läuft dort ohne großen Aufbau.

Die eigentliche Stärke liegt aber im Ökosystem. Für nahezu jede Aufgabe existiert ein fertiges, quelloffenes Paket: Excel-Dateien lesen, PDFs erzeugen, Webseiten abfragen, Diagramme zeichnen, Sprachmodelle anbinden. Ein Skript, das eine Excel-Liste einliest und die Ergebnisse per Mail verschickt, besteht deshalb oft aus wenigen Dutzend Zeilen, weil die schwere Arbeit in erprobten Paketen steckt.

Auch Webanwendungen laufen auf Python. Django und Flask sind seit Jahren etabliert, und FastAPI hat sich als schlanker Weg durchgesetzt, Schnittstellen zu bauen, über die andere Systeme Daten abholen. Im Web ist Python damit weniger die Sprache der Oberflächen als die der Dienste dahinter.

Wozu wird Python verwendet?

Python ist überall dort zu Hause, wo Daten fließen, geprüft oder ausgewertet werden. Typische Einsatzgebiete sind:

  • Automatisierung: Dateien aus Portalen holen, Listen zusammenführen, Berichte erzeugen, nachts und ohne Zutun
  • Datenauswertung: aus Umsätzen, Messwerten oder Logdateien werden Tabellen und Diagramme
  • Künstliche Intelligenz: die großen KI-Bibliotheken und die Werkzeuge zur Anbindung von Sprachmodellen sind in Python geschrieben
  • Schnittstellen: kleine Dienste mit FastAPI, über die Systeme Daten austauschen
  • Wissenschaft und Lehre: an Hochschulen ist Python meist die erste Programmiersprache

Bei uns kommt Python genau dort zum Einsatz: Wo Daten regelmäßig zwischen Systemen wandern müssen, schreiben wir das in Python. Ein typischer Fall sind Lieferanten-Preislisten, die als Excel-Datei ankommen, jede anders aufgebaut, und nachts automatisch in die Warenwirtschaft wandern. Was solche Automatisierungen kosten und wann sie sich rechnen, steht auf unserer Seite zur Python-Entwicklung.

Die Geschichte von Python

Python begann als Feierabendprojekt: Der Niederländer Guido van Rossum fing Ende 1989 damit an und veröffentlichte die Sprache 1991. Der Name hat nichts mit der Schlange zu tun, er ist eine Verbeugung vor der britischen Comedy-Truppe Monty Python. Über drei Jahrzehnte wuchs die Sprache stetig, ohne je der lauteste Trend zu sein, bis der Boom um Daten und künstliche Intelligenz sie an die Spitze trug. Heute pflegt die Python Software Foundation die Sprache, quelloffen und kostenlos.

Erschienen
1991
Entwickelt von
Guido van Rossum
Gepflegt von
Python Software Foundation, quelloffen
Typische Einsätze
Automatisierung, Datenauswertung, KI-Anbindung
Web-Frameworks
Django, Flask und FastAPI

Vom Feierabendprojekt zur Nummer eins

Zwei Bildschirme mit Code in einem dunklen Büro

Die Anfänge

Guido van Rossum veröffentlicht Python, entstanden als Nebenprojekt. Der Name ehrt die Comedy-Truppe Monty Python, nicht die Schlange.

1991

Was Python nicht kann

So vielseitig Python ist, für manche Aufgaben ist es schlicht nicht gebaut. Die wichtigsten Grenzen:

  • Es läuft nicht im Browser: alles, was sich auf einer Webseite bewegt, bleibt Aufgabe von JavaScript
  • Für Webseiten und Shops ist es selten die richtige Wahl: das Hosting ist aufwendiger als bei PHP, und Pflege-Dienstleister sind schwerer zu finden
  • Rohe Geschwindigkeit ist nicht seine Stärke: rechenintensive Kernaufgaben erledigen die Bibliotheken darunter, die in schnelleren Sprachen geschrieben sind
  • Fehler zeigen sich erst zur Laufzeit: ohne Tests und Sorgfalt fällt ein Tippfehler erst auf, wenn das Skript genau diese Zeile erreicht

Dazu kommt ein organisatorischer Punkt, der wichtiger ist als jede Technik: Ein Skript, das niemand außer seinem Autor versteht, ist keine Lösung, sondern ein Risiko. Zu jeder Automatisierung gehören Dokumentation und eine klare Antwort auf die Frage, wer sie später pflegt.

Python oder PHP?

Die beiden werden oft verglichen, weil beide auf dem Server laufen, quelloffen sind und seit den 1990ern existieren. Trotzdem ist der Vergleich schief, denn sie haben sich auf verschiedene Reviere spezialisiert. PHP ist die Sprache des inhaltsgetriebenen Webs, Python die Sprache der Daten. Als Faustregel:

  • PHP für Webseiten und Shops: WordPress und Shopware sind PHP, das Hosting ist günstig und die Pflege leicht zu vergeben
  • Python für Automatisierung und Auswertung: Daten einlesen, umformen, verteilen, dafür sind die Werkzeuge gemacht
  • Python für alles rund um KI: die Bibliotheken und Anbindungen liegen hier bereits vor
  • PHP, wenn ein bestehendes PHP-System erweitert wird, denn ein Technologiewechsel nur der Mode wegen kostet ohne Nutzen

Häufig arbeiten beide im selben Betrieb: Die Webseite läuft auf WordPress, und im Hintergrund gleicht ein Python-Skript nachts die Preise ab. Die Frage ist also selten Python oder PHP, sondern welche Aufgabe welche Sprache bekommt.

Python aus Kundensicht

Für Auftraggeber ist Python meist keine Grundsatzentscheidung wie die Wahl eines Shopsystems, sondern ein stilles Werkzeug im Hintergrund. Kosten entstehen durch die Entwicklung, nicht durch Lizenzen, und der Betrieb ist genügsam: Ein Skript läuft auf dem vorhandenen Server oder für wenige Euro in der Cloud. Der Nutzen lässt sich ungewöhnlich klar rechnen, nämlich in eingesparten Arbeitsstunden pro Monat, und genau so sollte man eine Automatisierung auch beauftragen.

Worauf ihr achten solltet: Lasst euch dokumentieren, was das Skript tut, wo es läuft und was bei einem Fehler passiert. Automatisierungen scheitern selten an der Technik, sondern daran, dass nach zwei Jahren niemand mehr weiß, dass es sie gibt, bis sie stillstehen. Ein seriöser Dienstleister richtet deshalb eine Benachrichtigung für Fehlschläge ein und klärt die Pflege, bevor die erste Zeile Code entsteht.

Ist Python die Zukunft?

Für die nächsten Jahre lässt sich das so klar sagen wie bei kaum einer anderen Sprache. Der gesamte KI-Bereich, von der Forschung bis zur Anbindung fertiger Sprachmodelle, läuft über Python, und dieser Bereich wächst. Die Sprache führt die großen Beliebtheitsrankings seit Jahren an, und an Hochschulen lernt sie inzwischen fast jeder, der mit Daten arbeitet. Der Nachschub an Fachleuten ist also gesichert.

Die Sprache selbst wird dabei spürbar besser: Die jährlichen Versionen der letzten Zeit haben vor allem die Geschwindigkeit erhöht, also genau die alte Schwachstelle. Und wo Python nicht hingehört, im Browser und bei klassischen Webseiten, wird es auch künftig nicht hindrängen. Diese klare Arbeitsteilung mit JavaScript und PHP ist kein Mangel, sondern der Grund, warum alle drei bleiben.

Für Unternehmen heißt das: Wer heute in eine Python-Automatisierung oder ein KI-Vorhaben investiert, baut auf die Sprache mit dem derzeit stabilsten Fundament. Wichtig ist wie überall die Pflege, denn auch Python-Versionen laufen nach einigen Jahren aus.

Was Python stark macht

Einzelne Person arbeitet an einem Laptop

Liest sich fast wie Englisch

Der Code bleibt auch für Nicht-Programmierer nachvollziehbar. Das senkt die Hürde, eine Automatisierung später im Haus zu verstehen und zu übernehmen.

Bildschirm mit einem Verlauf aus Nachrichtenblasen

Die KI-Sprache

Die Werkzeuge für Sprachmodelle und maschinelles Lernen liegen in Python vor. Wer KI anbinden will, findet hier die kürzesten Wege.

Notizbuch und Taschenrechner neben einem Laptop mit Diagramm

Auswertungen ohne Handarbeit

Aus Umsätzen, Messwerten und Logdateien werden Tabellen und Diagramme, automatisch und jeden Monat gleich, statt in stundenlanger Excel-Arbeit.

Bildschirm mit zwei Anwendungen, die über Pfeile verbunden sind

Verbindet Systeme

Warenwirtschaft, Buchhaltung, Portale: Python-Skripte tragen Daten von A nach B, geprüft und nachvollziehbar, statt per Hand kopiert.

Was wir mit Python bauen

Python setzen wir dort ein, wo Daten regelmäßig zwischen Systemen wandern. Drei Bereiche aus unserer Arbeit.

  • Leuchtendes Netzwerk aus verbundenen Knotenpunkten

    KI und Automatisierung

    Wiederkehrende Handarbeit durch Skripte ersetzen: Preislisten einlesen, Berichte erzeugen, Sprachmodelle anbinden.
  • Bildschirm mit einem Dashboard voller Diagramme und Kennzahlen

    Webanwendungen

    Schnittstellen und Dienste mit FastAPI, über die Portale und interne Werkzeuge ihre Daten beziehen.
  • Schaubild mit einem Wolkensymbol, das mit Servern und Geräten verbunden ist

    Cloud

    Skripte und Dienste in der Cloud betreiben, mit Zeitplan und Benachrichtigung, statt auf einem vergessenen Rechner unterm Schreibtisch.

Häufige Fragen

Ist Python kostenlos?

Ja, vollständig. Die Sprache, der Interpreter und die zehntausenden Pakete sind quelloffen und auch für den Firmeneinsatz kostenlos. Bezahlt wird die Entwicklungszeit und gegebenenfalls der Server, auf dem ein Skript läuft.

Warum heißt Python so?

Nach der britischen Comedy-Truppe Monty Python, deren Fan der Erfinder Guido van Rossum war. Mit der Schlange hat der Name nichts zu tun, auch wenn sie längst das inoffizielle Wappentier der Sprache ist.

Ist Python leicht zu lernen?

Ja, es gilt als die einsteigerfreundlichste verbreitete Programmiersprache. Der Code liest sich fast wie Englisch, und erste nützliche Skripte gelingen nach wenigen Tagen. Deshalb ist Python an Schulen und Hochschulen meist die erste Sprache.

Ist Python langsam?

Reines Python rechnet langsamer als Sprachen wie C# oder Java, im Alltag spielt das aber selten eine Rolle. Die rechenintensiven Bibliotheken sind intern in schnelleren Sprachen geschrieben, und ein nächtlicher Datenimport darf ruhig zwei Minuten statt einer brauchen. Die neueren Python-Versionen haben zudem deutlich Tempo zugelegt.

Python oder JavaScript lernen?

Kommt auf das Ziel an. Wer Webseiten bauen will, braucht JavaScript, denn nur das läuft im Browser. Wer Daten auswerten, Abläufe automatisieren oder mit KI arbeiten will, fährt mit Python besser. Beide gehören zu den meistgenutzten Sprachen überhaupt, falsch ist keine der beiden.

Wer nutzt Python?

Google, Netflix und Spotify setzen es in großem Stil ein, dazu praktisch die gesamte KI-Branche und die Wissenschaft. Im Mittelstand steckt es oft unsichtbar in Automatisierungen: Skripte, die nachts Preislisten einlesen oder Berichte erzeugen.

Kann Python Excel-Dateien verarbeiten?

Ja, und das ist einer der häufigsten Einsatzzwecke im Betriebsalltag. Fertige Pakete lesen und schreiben Excel-Dateien, führen Tabellen zusammen und erkennen Abweichungen. Aus zwei Tagen Tipparbeit im Monat wird so ein Skript, das nachts durchläuft.

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